Wolfsburg, 26.06.2015
„Elektroniker für Automatisierungs-technik haben ein breit gefächertes Aufgabengebiet: Wir planen, steuern und warten komplexe Fertigungsanlagen.“ So fasst Frauke Wächter ihren zukünftigen Beruf zusammen. Die 19-Jährige aus Gifhorn absolviert zurzeit bei Volkswagen in Wolfsburg die dreieinhalbjährige Ausbildung zur Elektronikerin für Automatisierungstechnik.
Gemeinsam mit rund 400 Auszubildenden und Teilnehmern des dualen Studiums engagiert sie sich am Samstag beim Berufsinformationstag von Volkswagen im Werk Wolfsburg. „Ich freue mich darauf, interessierten Schülerinnen und Schülern meinen Beruf zu zeigen.“ Sie beteiligt sich auch am Girls@Techniktalk der Frauenförderung. „Ich möchte weitere Mädchen für technische Berufe begeistern, denn sie können genauso gut mit Technik, Maschinen und Strom umgehen wie Männer“, sagt die junge Frau, die vor einem Jahr am Otto-Hahn-Gymnasium in Gifhorn das Abitur gemacht hat.
Nach der Schule wollte Frauke Wächter erst einmal etwas Praktisches machen und einen Beruf mit Zukunftsperspektive erlernen. „Zuhause spielte Technik keine große Rolle“, sagt die 19-Jährige. „Aber ich hatte schon immer Interesse an der Fertigung, vor allem an Anlagen, mit denen Autos gebaut werden. Deshalb haben mich meine Eltern in meiner Berufswahl bestärkt. Heute weiß ich, wie Roboter funktionieren. Ich weiß auch, dass mir nach der Ausbildung viele Wege im Unternehmen offen stehen. Wenn ich mich weiterhin anstrenge, vielleicht sogar ein Wanderjahr, die individuelle Förderung im Talentkreis für junge Fachkräfte oder ein Studium mit der Unterstützung von Volkswagen.“
Frauke Wächter ist im ersten Ausbildungsjahr. Sie beherrscht schon die Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung: Feilen, Sägen und Bohren, die sie unter anderem für Arbeiten an Schaltschränken benötigt. Die Grundlagen der Elektrotechnik erlernte sie unter anderem beim selbstständigen Zusammenbau von Verlängerungsleitungen, wie man sie daheim etwa für den Elektrorasenmäher braucht. Ihr Ausbildungsplan sieht vor, dass sie zur IHK-Abschlussprüfung komplexe Schaltungen entwerfen und bauen kann, die dann elektro-pneumatische Anlagen automatisiert steuern. Das können beispielsweise Schweißroboter im Karosseriebau oder vollautomatische Lackierstraßen sein, in denen Golf, Touran und Tiguan den gewünschten Farbton erhalten. Die Digitalisierung und die direkte Kooperation von Mensch und Maschine prägen zunehmend die moderne Automobilfabrik. „Ich habe einen Beruf mit Zukunft gewählt“, sagt die angehende Elektronikerin für Automatisierungstechnik.
