Im Kampf um eine attraktivere Formel 1 will die Fahrergewerkschaft GPDA die Fans nach ihren Wünschen und ihrer Kritik an der Königsklasse befragen. Das ist der Kern eines bei einer Sitzung am Rande des Spanien-Grand-Prix gefassten Beschlusses des Gremiums, der in Monaco im Detail vorgestellt werden soll. „Die Leute, die Fans müssen befragt werden“, unterstreicht der GPDA-Vorsitzende Alexander Wurz im ‚ORF‘.
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Der Österreicher verdeutlicht die Notwendigkeit anhand der von der Strategiegruppe angedachten Wiedereinführung des Nachtankens während des Rennens. Er fragt sich, ob das durch den Wegfall des Sparens von Sprit erhöhte Tempo gewünscht ist oder ob es nicht vielmehr um die Zweikampf-Action geht: „Wollen wir nur die schnellsten Autos sehen, auch wenn es weniger Überholmanöver gibt?“, überlegt Wurz, misst dem Thema aber nicht die Priorität zu, die ihm derzeit in den Medien zuteil wird.
Er stellt klar: „Man kann es gut oder schlecht reden, aber ich glaube nicht, dass hier die Antwort liegt, um Millionen von Zuschauern zu gewinnen. Sie liegt in Anreizen für die Promoter, vielleicht darin, das Geschäftsmodell der Formel 1 anzupassen.“ Was das Regelwerk angeht, hält Wurz die Beletage zu Beginn der Turbo-Hybridära für gut aufgestellt und sieht keinen Bedarf für große Reformen zur Saison 2017, von denen derzeit jeder in der Szene spricht. „Man muss wenig ändern“, so Wurz.
Wirtschaftskrise erschüttert Formel 1 gewaltig
Er wünscht sich, dass die Formel 1 weniger versucht, die gebotene Show auf der Rennstrecke zu ver(schlimm)bessern, sondern sich besser vermarktet: „Es ist ein Verdrängungswettbewerb um die Freizeit, die die Menschen aufbringen. Hier haben wir Konkurrenzkampf gegen Hollywood, gegen andere Sportarten wie Fußball. Dieser Ansatz wäre mir lieber.“ Wurz betrachtet die Serie nach eigener Aussage als Luxusprodukt, das für Menschen, die es sich leisten können und wollen, eine kostspielige Angelegenheit ist.
Foto: Großer Preis von Monaco
Fehlt den Leuten das Geld, dann bekommt die Formel 1 das schnell zu spüren, zum Beispiel in Form ausbleibender Ticketkäufe. „Wir sind in einer Wirtschaftskrise“, unterstreicht Wurz. „Europa hinkt im Wachstum hinten nach und alle Zweige für Freizeitgestaltung im oberen Preissegment leiden im Augenblick.“ Das könnte vor dem Hintergrund sinkender Einschaltquoten bei den TV-Übertragungen und an einigen Strecken einbrechender Ticketverkäufe eher ursächlich sein als die gebotene Show.
Soziale Medien: Wachstumseffekt wird übersehen
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Cool, schnell, ein bisschen gefährlich: Gute Zutaten für ein FreizeitvergnügenWurz hält es für möglich, dass diese Zahlen über die wahre Reichweite hinwegtäuschen, da sie neue Kommunikationskanäle ausblenden und nicht abbilden, mit welcher Intensität sich Menschen mit dem Geschehen auseinandersetzen. „Die Effizienz der Reichweite steigt noch immer, weil wir mit der Hilfe der sozialen Medien den richtigen Fan mehr und tiefer erreichen“, ist der 41-Jährige, der selbst beim Kurznachrichtendienst Twitter sehr aktiv ist, sicher.
Wurz glaubt, dass das Grundrezept weiter stimmig ist: „Es ist genau das, was die Leute wollen: Es ist cool, Mann und Maschine gegeneinander, es ist schnell, es ist ein bisschen gefährlich und hat eigentlich alle Mischungen.“ Wären da nicht die Aktiven, die selbst bei den Regeln mitbestimmen dürfen und sich auf diesem Wege jeden erdenklichen, finanziellen oder sportlichen Vorteil mit harten Bandagen sichern wollen: „Dann beginnen die politischen Querelen und das artet manchmal aus in Beschmutzung des eigenen Nestes.“
Vor einem Jahr holte Jules Bianchi in Monaco sensationell die ersten beiden Punkte in der Geschichte des Marussia-Teams. 2015 ist der Franzose allerdings nicht mit dabei. Im Oktober 2014 zog er sich beim Großen Preis von Japan schwere Kopfverletzungen zu und liegt seitdem im Koma. Besonders schlimm ist die Situation für seine Familie. Vater Philippe Bianchi verrät gegenüber dem französischen TV-Sender ‚Canal+‘: „Das Wichtigste für mich ist, dass Jules am Leben ist.“
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Allerdings erklärt der Franzose, dass sich am Zustand seines Sohnes in den vergangenen Monaten nicht viel geändert habe. Er spricht von einer „Phase der Stagnation“ und erklärt: „Die neurologische Entwicklung ist natürlich nicht so, wie sich das eine Familie wünschen würde. Wir würden uns so wünschen, dass er aufwacht.“ Allerdings deutet momentan nicht vieles darauf hin.
„Wir wachen am Morgen auf und denken sofort an Jules“, berichtet Bianchi und ergänzt: „Jeder Tag ist sehr schwierig für uns. Aber jeden Tag freuen wir uns auch, dass er noch unter uns ist.“ Trotzdem bezeichnet er die Situation für sich und seine Familie als „furchtbar“. „Im Grunde hat das normale Leben für uns am 5. Oktober aufgehört“, erinnert er sich an den Tag des Unfalls zurück.
Beginn der 41. Runde beim Grand Prix von Japan: Jules Bianchi liegt an 17. Position, auf der Ziellinie genau 0,5 Sekunden vor Adrian Sutil, der kurz zuvor an der Box war. Aber zum Duell der beiden kommt es nicht.
Gleichzeitig bedankt er sich für all die Unterstützung, die seine Familie in den vergangenen Monaten erhalten hat. „Das ist ganz wichtig für meinen Sohn, denn das gibt ihm Kraft. Ich glaube daran, dass er das spürt“, ist er sich sicher und ergänzt: „Wir wissen, dass Jules nicht Michael Schumacher ist. Aber diese Unterstützung hätten wir nie erwartet. Wir sagen ihm das auch ständig, wenn wir an seinem Bett sitzen.“
Auch an das Rennen in Monaco vor einem Jahr erinnert sich Bianchi noch genau. „Ich war einer der ersten, der ihn in die Arme schließen konnte“, berichtet der Franzose, der erklärt, dass sein Sohn bis zu diesem Zeitpunkt immer von WM-Punkten geträumt hatte. „Als er aus dem Wagen stieg, war er so glücklich“, sagt er und ergänzt: „Das ist eine Erinnerung, die mich auch in diesem Moment wieder aufwühlt.“
45 Runden beim Trainingsauftakt zum Großen Preis von Monaco: Sebastian Vettel ist mit einer soliden Leistung in das sechste Rennwochenende der Formel-1-Saison 2015 gestartet. Mit 1:18.295 Sekunden platzierte sich der Ferrari-Pilot fast genau 1,1 Sekunden hinter WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und dessen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg auf Position drei der Tageswertung. Im Kurzinterview schildert Vettel, wie es ihm am Donnerstag auf dem Stadtkurs in Monte Carlo ergangen ist.
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Frage: „Sebastian, welche Eindrücke hast du am Freitag von deinem Auto gewonnen? Und wie war es im Regen?“
Sebastian Vettel: „Nun, es ist, wie es ist. Wenn es regnet, befinden wir uns alle in der gleichen Situation. Und wir wissen, dass es in den kommenden Tagen nicht mehr regnen soll. Das Auto hat sich gut angefühlt. Leider sind wir am Vormittag nicht viel gefahren, aber es sieht gut aus. Dennoch sollten wir noch den Samstag abwarten.“
Frage: „Wie hat sich dein Auto auf nasser Strecke verhalten? Hat es Spaß gemacht?“
Vettel: „Ja, allerdings. Es war ziemlich rutschig. Zu rutschig, als dass ich es wirklich genießen konnte. Es war ganz nützlich, ein paar Runden zu drehen. Der Probestart war wohl das Wichtigste daran. Deshalb ist am Schluss noch einmal jeder hinausgefahren.“
„Es wäre aber nicht sinnvoll gewesen, noch mehr zu fahren. Wir haben ja nur ein begrenztes Kontingent an Reifen. Sollte der Regen also doch zurückkommen, brauchen wir unsere Regenreifen. Die Vorhersage deutet jedoch darauf hin, dass nicht noch mehr Regen kommt. Auch deshalb wäre es nicht sinnvoll gewesen, weitere Runden im Nassen zu fahren.“
Sebastian Vettel (Ferrari)
Frage: „Was habt ihr heute gelernt?“
Vettel: „Um ehrlich zu sein: nicht allzu viel. Im zweiten Freien Training hätten wir gern ein paar Dinge ausprobiert und auch einen Longrun absolviert, aber das hat ja niemand geschafft. Schade, dass wir uns kein Bild vom Supersoft-Reifen machen konnten. Alles Weitere zeigt sich am Samstag.“
Frage: „Haben euch die Updates aus Spanien näher an Mercedes herangebracht?“
Vettel: „Das werden wir am Sonntag erfahren. Bis dahin ist es schwer zu sagen. Ich denke, wir sollten etwas näher dran sein. Aber das ist auch ein Merkmal dieser Strecke, dass alles etwas enger beisammen liegt. Monaco kann man meiner Meinung nach nicht als Referenz hernehmen, aber ich hoffe natürlich, dass es uns gelungen ist, den Rückstand zu verkleinern.“
Mercedes geht wieder einmal als Spitzenteam aus dem ersten Trainingstag eines Formel-1-Wochenendes hervor. Wie schon so oft in jüngster Vergangenheit führten Lewis Hamilton und Nico Rosberg auch zu Beginn des Monaco-Wochenendes die Zeitenlisten an.
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Im ersten Freien Training am Donnerstagvormittag markierte Hamilton mit einer Rundenzeit von 1:18.750 Minuten den Bestwert. In der Nachmittagssession drückte der Weltmeister die Bestzeit gleich zu Beginn auf 1:17.192 Minuten. Dann setzte Regen ein und ließ eine weitere Verbesserung der Rundenzeiten nicht zu.
„Die erste Session war richtig gut und die zweite war auch recht gut. Ich bin mit der Balance sehr zufrieden, ich kann mich aber noch steigern – sowohl auf der Strecke, als auch was die Balance betrifft“, sagt der Tagesschnellste Hamilton gegenüber ‚Sky Sports F1‘.
Grundsätzlich erwartet Hamilton hinsichtlich der Balance bis zum zweiten Trainingstag (Samstag) keine großen Veränderungen: „Man ändert nicht allzu viel, es sei denn, das Auto verhält sich völlig unerwartet. Durch die Simulatoren ist das heute aber in der Regel nicht der Fall. Da die Balance ziemlich gut war, haben wir nur hier und da ein bisschen gedreht, um unsere Performance zu steigern.“
Da das zweite Freie Training über weite Strecken im Zeichen einer nassen Piste stand, war nicht nur an eine Verbesserung der Rundenzeiten nicht zu denken. Auch mit einem ersten Ausprobieren der für diese Saison veränderten Supersoft-Reifen von Pirelli müssen sich die Teams bis Samstag gedulden. „Ich bin im Regen nur eine Runde gefahren“, sagt Hamilton und schildert: „Ich habe lediglich bemerkt, dass die weißen Linien, die schwarz übermalt wurden, rutschiger sind als je zuvor. Im Nassen ist das die schwierigste Strecke.“ Für Samstag und Sonntag werden derzeit keine Niederschläge vorausgesagt.
Rosberg vom Regen überrascht
Hamiltons Teamkollege Rosberg, der den Grand Prix von Monaco in den Jahren 2013 und 2014 gewann, startete am Vormittag mit einem Leitplankenkontakt in der Tabac-Kurve und Platz neun in der Zeitenliste ins Wochenende. „Ich habe eine neue Linie probiert. Das Team war aber der Meinung, dass diese Linie für das Rennen nichts bringt“, grinst Rosberg gegenüber ‚Sky Sports F1‘.
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Rosberg streifte vormittags die Leitplanke, nachmittags fuhr er auf Position zweiAm Nachmittag markierte der Vize-Weltmeister des vergangenen Jahres die zweitschnellste Zeit hinter Teamkollege Hamilton. Der Rückstand belief sich auf 0,740 Sekunden. Anschließend wurde Rosberg wie so viele vom Regen überrascht: „Es war einfach nicht der perfekte Tag, vor allem in Bezug auf das Wetter. Keiner hat den Regen kommen sehen. Anderenfalls hätten wir die Supersoft-Reifen sofort zu Beginn des zweiten Trainings aufgezogen. Der Regen war aber eine komplette Überraschung, und zwar für alle. Die positive Erkenntnis des heutigen Tages ist, dass unser Auto sehr schnell ist.“
Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff fasst den Tag gegenüber ‚ORF‘ zusammen: „Wir sind richtig gute Runden gefahren im ersten Freien Training, asynchron mit den anderen Teams. Insofern war es eine gute Lernkurve. In Monaco ist es wichtig, dass der Fahrer in den Rhythmus kommt und freie Runden hat. Das war das Ziel der Übung und das hat gut hingehauen.“
Zweiter Monaco-Sieg für Hamilton oder dritter für Rosberg?
„Die Vorbereitung lief beschränkt, da der Regen alles gestoppt hat“, urteilt Niki Lauda, Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams, gegenüber ‚Sky‘ und stellt heraus: „Wir wissen, dass es am Samstag und am Sonntag trocken sein wird, also ergibt es gar keinen Sinn, hier im Regen herumzurutschen. Deswegen sind alle relativ wenig gefahren. Im Trockenen schaut es momentan so aus, als ob der Lewis und der Nico ganz vorne stehen können.“
Hamilton nimmt am Sonntag seinen zweiten Monaco-Sieg nach 2008 (damals für McLaren) ins Visier. Rosberg jagt nach den Triumphen in den Jahren 2013 und 2014 nun den Hattrick. Mercedes-Motorsportchef Wolff glaubt, dass der Deutsche auf dem Weg zum dritten Monaco-Sieg in Folge eine harte Nuss zu knacken hat: „Ich glaube, heute hat ihm Lewis eine harte Zeit gegeben. Man hat auch gesehen, dass er es draußen fliegen hat lassen, aber hier sind beide richtig stark.“
Technische Daten BMW 1er 3-Türer, 118i, gültig ab 07/2015.
Technische Daten BMW 1er 5-Türer, 118i, gültig ab 07/2015