Audi-CEO Stadler: „Wir wollen 2016 weiter wachsen“

• Geschäftsjahr 2015 im Überblick: € 58 Mrd. Umsatzerlöse, mehr
  als € 4,8 Mrd. Operatives Ergebnis, 8,3 Prozent Operative Umsatzrendite
• Vor Sondereinflüssen Operatives Ergebnis von € 5,1 Mrd. und Operative
  Umsatzrendite von 8,8 Prozent
• Audi-Chef Rupert Stadler: „Investieren dieses Jahr mehr als € 3 Mrd.
  und treiben Elektrifizierung und Digitalisierung voran“
• Finanzvorstand Axel Strotbek: „Operatives Ergebnis und deutlich positiver
  Cashflow belegen robustes Geschäftsmodell“
• Thomas Sigi, Vorstand Personal und Soziales: „Stärken unsere Kernkompetenzen
  mit 1.200 weiteren Experten“
• Audi erschließt mit dem Audi Q2 ein neues Marktsegment und eröffnet als      
  erster Premiumautomobilhersteller ein Werk in Mexiko

Der Audi-Konzern will 2016 mehr als 20 neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt bringen und weiter wachsen. Trotz großer Herausforderungen haben die Ingolstädter das vergangene Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen und einen neuen Absatzrekord verzeichnet: Weltweit stiegen die Auslieferungen gegenüber 2014 um 3,6 Prozent auf 1.803.246 Automobile. In Folge der hohen Nachfrage erzielte das Unternehmen auch bei den Umsatzerlösen mit insgesamt € 58,4 Mrd. eine neue Bestmarke. Das Operative Ergebnis erreichte € 4,8 Mrd. Vor Sondereinflüssen lag es mit € 5,1 Mrd. auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Noch vor dem weltweiten Rollout wichtiger Modelle wie dem neuen Audi A4 liegt die Operative Umsatzrendite trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen bei 8,3 Prozent und damit innerhalb des strategischen Zielkorridors von acht bis zehn Prozent – vor Sondereffekten bei 8,8 Prozent.

Im laufenden Geschäftsjahr hält Audi das hohe Tempo seiner Produktoffensive. Mit dem neuen Audi Q2 zum Beispiel wollen die Ingolstädter ein neues Marktsegment erobern und die Erfolgsgeschichte der Q-Familie fortschreiben. Gleichzeitig baut Audi die Schlüsselbereiche Elektrifizierung und Digitalisierung aus. 2016 plant das Unternehmen insgesamt mehr als € 3 Mrd. zu investieren. In Mexiko wird eine komplett neue und hochmoderne Automobilproduktion eröffnet. Zudem sollen in Deutschland mehr als 1.200 Experten in strategischen Zukunftsfeldern an Bord kommen.

Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG, sagt im Rahmen der Jahrespressekonferenz am Stammsitz Ingolstadt: „Wir haben ein Jahr der Herausforderungen erfolgreich gemeistert. Nun investieren wir allein 2016 mehr als € 3 Mrd. für die Mobilität von morgen und treiben dabei die Elektrifizierung und die Digitalisierung unserer Produkte voran.“ Mit mehr als 20 neuen oder überarbeiteten Modellen wolle Audi auch im laufenden Geschäftsjahr weitere Kunden gewinnen und seinen Wachstumskurs fortsetzen.

Die AUDI AG hat 2015 eine neue Absatz-Bestmarke gesetzt: Weltweit stiegen die Auslieferungen auf 1.803.246 (2014: 1.741.129) Automobile. Dies entspricht einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber 2014. Dabei behaupteten die Ingolstädter sowohl in Europa als auch in China ihre Marktführerschaft. In den USA entschieden sich außerdem erstmalig mehr als 200.000 Kunden für einen Audi. Insgesamt verzeichnete das Unternehmen Wachstum in mehr als 60 Märkten.

Vor allem in Folge der hohen Nachfrage setzte der Audi-Konzern auch beim Umsatz einen neuen Rekordwert: Gegenüber 2014 verbesserten sich die Umsatzerlöse um 8,6 Prozent auf € 58.420 (2014: 53.787) Mio.

Trotz hoher Vorleistungen für den Ausbau der internationalen Fertigungsstrukturen sowie für neue Modelle und Technologien, bewegte sich das Operative Ergebnis auf dem hohen Niveau der Vorjahre. 2015 erwirtschaftete der Audi-Konzern ein von Sondereffekten beeinflusstes Operatives Ergebnis von € 4.836 Mio. Bereinigt um Sondereinflüsse lag das Operative Ergebnis bei € 5.134 (2014: 5.150) Mio. und damit auf dem Vorjahresniveau. Dies entspricht einer Operativen Umsatzrendite von 8,8 (2014: 9,6) Prozent. Auch nach Sondereinflüssen bewegt sich die Operative Umsatzrendite mit 8,3 Prozent im strategischen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent.

Die Sondereinflüsse resultieren vor allem aus der Dieselthematik der Sechs-Zylinder-TDI-Motoren. Darin sind finanzielle Aufwendungen für technische Maßnahmen, Rechtsrisiken und Vertriebsmaßnahmen enthalten. Gegenüber den anwesenden Journalisten betont Vorstandsvorsitzender Stadler: „Wir bedauern, was passiert ist. Wir sorgen für volle Transparenz und versichern, wir bringen das in Ordnung.“ Die betroffenen Vier-Zylinder-TDI-Motoren haben aufgrund bestehender Verträge mit der Volkswagen AG keinen unmittelbaren Einfluss auf die Ertragslage des Audi-Konzerns.

Die Vertriebskosten des Audi-Konzerns erhöhten sich unter anderem auf Grund zahlreicher Markteinführungen auf € 5.782 (2014: 4.895) Mio. Das Finanzergebnis lag im abgelaufenen Geschäftsjahr mit € 448 (2014: 841) Mio. unter Vorjahr. Insgesamt erzielte Audi ein Ergebnis vor Steuern von € 5.284 (2014: 5.991) Mio. Die Umsatzrendite vor Steuern lag bei 9,0 (2014: 11,1) Prozent.
Vor rund 250 nationalen und internationalen Journalisten erklärt Axel Strotbek, Vorstand Finanz und Organisation der AUDI AG: „Wir befinden uns mitten in der größten Investitionsphase der Unternehmensgeschichte. Unser Operatives Ergebnis und der deutlich positive Cashflow belegen dabei unser robustes Geschäftsmodell.“ Für 2016 plane Audi Sachinvestitionen von mehr als € 3 Mrd. Der Fokus liege dabei auf technischen Innovationen und neuen Modellen. Außerdem will der Hersteller von Premiumautomobilen seine weltweiten Fertigungsstrukturen ausbauen. Alle Investitionen sollen erneut aus dem erwirtschafteten Cashflow getätigt werden.

Am 31. Dezember 2015 belief sich die Netto-Liquidität des Audi-Konzerns auf € 16,4 (2014: 16,3) Mrd.

Mit den Modellen Q3, Q5 und Q7 ist Audi der weltweit erfolgreichste Hersteller von Premium-SUV. Nun baut das Unternehmen sein Angebot an Q-Modellen 2016 weiter aus: Gerade hat der neue Audi Q2 in Genf seine Weltpremiere gefeiert. Mit dem kompakten SUV will die Marke mit den Vier Ringen weitere Kunden begeistern. Außerdem bringt der Hersteller von Premiumautomobilen im laufenden Geschäftsjahr in Mexiko einen weiteren Produktionsstandort ans Netz. Dort soll künftig der Bestseller Audi Q5 vom Band fahren.

In diesem Jahr will das Unternehmen die wichtigen strategischen Zukunftsfelder Elektromobilität und Digitalisierung weiter ausbauen. Thomas Sigi, Vorstand Personal und Soziales der AUDI AG, sagt: „Wir wollen unsere Kernkompetenzen mit 1.200 zusätzlichen Experten allein in Deutschland stärken.“ Auch die Zahl der Ausbildungsplätze wolle der Automobilhersteller um mehr als 10 Prozent aufstocken, um den Bedarf an bestens ausgebildeten Fachkräften zu decken. Für ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2015 erhält die Belegschaft erneut eine Beteiligung am Unternehmenserfolg. Durchschnittlich bedeutet das für die Tarifmitarbeiter an den Standorten Ingolstadt und Neckarsulm eine Summe von € 5.420 (2014: € 6.540).

2016 will der Audi-Konzern sein weltweites Wachstum fortsetzen und rechnet unter der Voraussetzung von stabilen Rahmenbedingungen mit einem moderaten Anstieg der Auslieferungen an Kunden. Neben der Volumensteigerung sollen sich weitere Prozess- und Kostenoptimierungen positiv auf die finanziellen Kennzahlen des Unternehmens auswirken. Hohe Vorleistungen in die Zukunft – beispielsweise für wegweisende Technologien sowie für die Erneuerung und Erweiterung der Produktpalette – wirken zunächst ergebnisbelastend. Dies gilt auch für die hohe Zahl an geplanten Produktanläufen und Markteinführungen sowie den Ausbau des Produktionsnetzwerks. Trotzdem strebt der Audi-Konzern auch für das Geschäftsjahr 2016 eine Operative Umsatzrendite innerhalb des strategischen Zielkorridors von acht bis zehn Prozent an.

Vom 03. bis 06. März 2016 präsentiert BMW Motorrad die Highlights des aktuellen Modelljahres auf der „Motorräder Dortmund 2016“.

Vom 03. bis 06. März 2016 präsentiert BMW Motorrad die Highlights des aktuellen Modelljahres auf der „Motorräder Dortmund 2016“.


München. Auf den Straßen tut sich der Frühling noch schwer, doch auf der internationalen Motorradmesse „Motorräder Dortmund 2016“ ist die Zweirad-Saison bereits in vollem Gange. Vom 03. bis 06. März 2016 können sich Zweirad-Enthusiasten hier ausgiebig über die Neuheiten der Branche informieren. Mit mehr als 100.000 Besuchern zählt die Messe in den Dortmunder Westfalenhallen zu den größten Motorrad-Endverbrauchermessen in Europa.

 

Harald Schieber

BMW Group setzt auf selbstfahrende Roboter in der Versorgungslogistik

Roboter transportieren selbstständig Autoteile in der Logistik

Innovation erleichtert den Mitarbeitern die Materialbestellung

Wiederverwendete BMW i3 Batterien sollen künftig Roboter antreiben

München/Wackersdorf. Der Standort Wackersdorf der BMW Group – von hier aus versorgt der Automobilhersteller seine internationalen Montage und Produktionswerke mit Autoteilen. In der Halle der Versorgungslogistik fährt ein selbstfahrender Roboter unter einen Rollcontainer mit Autoteilen. Er hebt den Container geräuschlos, blinkt dabei und setzt sich in Bewegung durch die Logistikhalle. Ein kompliziertes und weitläufiges System. Ohne einen guten Orientierungssinn findet sich niemand zurecht. Für den koffergroßen Transportroboter ist das kein Problem. Flankiert von Funksendern und ausgerüstet mit einer digitalen Karte fährt er selbstständig zum Bestimmungsort der Ware. Kreuzt ein Routenzug den Weg, erkennt ein eingebauter Sensor die Situation und stoppt den selbstfahrenden Roboter mit seinen Autoteilen, die bis zu einer halben Tonne schwer sind.

Digitalisierung für die Produktion entscheidend

Im Bereich Smart Logistics entwickelt die BMW Group innovative und zukunftsweisende Logistiksysteme weiter: „Die Entwicklung des sogenannten Smart Transport Robots ist für die BMW Group ein wesentlicher Meilenstein für die Digitalisierung und Autonomisierung in der Produktionslogistik. Dieses Innovationsprojekt leistet einen wichtigen Beitrag für agile Lieferketten, die sich in der Logistik und Produktion schnell und flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anpassen“, so Dr. Dirk Dreher, Leiter Auslandsversorgung bei der BMW Group.

Eigenständige Navigation durch die Versorgungslogistik

Durch die Abstandsmessung zu drei Funksendern berechnet der Roboter die exakte Position und den Fahrweg. Mit Sensoren erkennt und reagiert er auf kritische Situationen und nutzt gemeinsam den Fahrweg mit Menschen und anderen Fahrzeugen. Im späteren Serienbetrieb sollen 3D-Kamerasysteme eine noch präzisere Navigation ermöglichen.

Der Transportroboter benötigt keine im Boden installierten Induktionsschleifen zur Navigation, sondern er kann sich frei im Raum bewegen. Die batteriebetriebenen Funksender, die an den Hallenwänden montiert sind, können ohne großen Mehraufwand flexibel und kostengünstig auf weitere Logistikbereiche erweitert werden.

Einsatz von recycelten BMW i3 Batterien

Für die BMW Group hat ein auf die Bedürfnisse der eigenen Versorgungslogistik und Produktionsversorgung optimal zugeschnittener selbstfahrender Roboter oberste Priorität. Neben passgenauer Maße für die zu transportierenden Behältnisse hat das Fahrzeug eine ausreichende Batteriekapazität. Hier greifen die Entwickler auf die Erfahrung von BMW i zurück und nutzen die bereits verwendeten Batterien aus dem BMW i3 nachhaltig weiter.

Das wiederverwendete BMW i3 Batteriemodul liefert künftig Energie für acht Stunden und steht eine ganze Arbeitsschicht zur Verfügung.

Serienbetrieb startet noch dieses Jahr

Neben der BMW Group ist das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) an dem Projekt beteiligt. Die Zusammenarbeit im sogenannten „BMW Enterprise Lab for Flexible Logistics“ besteht seit September 2015 und verfolgt das Ziel, Zukunftslösungen für den Logistikbereich zu erforschen. Erste Ergebnisse werden auf der Messe LogiMAT 2016, vom 8. bis 10. März 2016 in Stuttgart auf dem Stand des Fraunhofer IML sowie im Forum „Neue Transportroboter – flink, stark, vielseitig“ vorgestellt. Die zukünftigen Einsatzgebiete der Smart Transport Roboter umfassen die Bereiche Packbetriebe sowie die Montagelogistik. Durch die Automatisierung vereinfacht sich die Materialbestellung für die Verpackungsmitarbeiter und Bereitstellfläche im Supermarkt wird gespart. Der selbstfahrende Roboter wird im Innovationspark Wackersdorf der BMW Group entwickelt und getestet. Der Standort ist der logistische Knotenpunkt für die Materialsteuerung und sequenzgenaue Lieferung an BMW Group Standorten in zehn Ländern. Zudem befindet sich in Wackersdorf unter anderem die Cockpitfertigung für mehrere Werke.

Zusatzinformation

Die Vorstellung des Smart Transport Robot findet im Forum „Neue Transportroboter – flink, stark, vielseitig“ am Dienstag, den 08. März 2016 von 14:30 bis 16:00 Uhr im Forum A, Halle 1 statt. In der Halle 1, Stand 1K61, befindet sich der Messestand des Fraunhofer IML.

  • BMW Group selbstfahrender Roboter in Versorgungslogistik PDF, DE, 113,72 KB

  • Opel mit starkem Februar: Verkäufe steigen um mehr als 28 Prozent

    Opel mit starkem Februar: Verkäufe steigen um mehr als 28 Prozent

    02.03.2016


    • Marktanteil in Deutschland jetzt bei 7,7 Prozent
    • Höchster Februar-Marktanteil für Opel seit vier Jahren
    • Erfolgsgarant Opel Astra: Europaweit schon mehr als 130.000 Bestellungen

    Rüsselsheim. Mit einem starken Februar-Ergebnis verzeichnet Opel den zweiten Rekordmonat in Folge auf dem deutschen Heimatmarkt: Die Marke hat im Februar die Pkw-Verkäufe gegenüber dem Vorjahresmonat um über 28 Prozent auf 19.160 Autos gesteigert. Damit konnte das Rüsselsheimer Unternehmen mehr als doppelt so stark zulegen wie der Gesamtmarkt, der ein Plus von über 12 Prozent verzeichnete. Der Opel-Marktanteil stieg um rund einen Prozentpunkt auf 7,7 Prozent, den höchsten Februar-Wert seit 2012. In den ersten beiden Monaten des Jahres wuchs die Marke mit einem Plus von mehr als 25 Prozent (plus 7.200 Einheiten) mehr als dreimal so stark wie der Gesamtmarkt (plus 7,8 Prozent). Der Opel-Marktanteil legte in diesem Zeitraum um über einen Prozentpunkt auf rund 7,6 Prozent zu.

    Die starke Entwicklung bei Opel im Februar resultierte erneut vor allem aus der hohen Nachfrage nach dem europäischen ‚Auto des Jahres 2016‘, dem neuen Opel Astra. Die aktuelle Generation wurde im Februar mehr als 2.300 Mal verkauft – ein Plus von rund 84 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell im Vorjahresmonat. Europaweit liegen bereits rund 130.000 Bestellungen für den Bestseller vor. Ein weiterer Erfolgsgarant war der Corsa. Er konnte im Februar um 29,5 Prozent zulegen und belegte mit 4.486 Neuzulassungen Platz zwei seines Segments (Car-B und KBA-Kleinwagensegment). Mit einem Plus von fast 22 Prozent bei den Neuzulassungen verzeichnete auch der Meriva einen kräftigen Zuwachs. Der Opel-Flexibilitäts-Champion behauptete damit seine Spitzenposition im MPV-B-Segment, ebenso wie der Opel Mokka im SUV-B-Segment.

    Opel Deutschland-Chef Jürgen Keller: „Nach einem ohnehin schon guten Januar haben wir im Februar noch stärker zugelegt. Das zeigt, wie attraktiv unsere Modellpalette ist. Der neue Opel Astra, das europäische Auto des Jahres 2016, kommt hervorragend an und verzeichnet im Februar ein Plus von 84 Prozent.“

    Volkswagen hält kapitalmarktrechtliche Vorwürfe für unbegründet

    Die Volkswagen Aktiengesellschaft hat heute bekannt gegeben, dass sie am Landgericht Braunschweig Klageerwiderung im Zusammenhang mit dem Vorwurf eines Verstoßes gegen kapitalmarktrechtliche Publizitätspflichten eingereicht hat. Nach sorgfältiger Prüfung durch interne und externe Rechtsexperten sieht sich das Unternehmen in der Auffassung bestätigt, dass der Volkswagen-Vorstand seine kapitalmarktrechtliche Publizitätspflicht ordnungsgemäß erfüllt hat. Das Unternehmen legt Wert darauf, dass diese Prüfung nicht die gegenwärtig noch andauernde unabhängige Untersuchung zur vollständigen Aufklärung der Diesel-Thematik durch die Anwaltskanzlei Jones Day ersetzt. Volkswagen nimmt nunmehr öffentlich Stellung, um die aus Unternehmenssicht selektive und unvollständige Veröffentlichung von Dokumenten in den Medien über die Diesel-Thematik richtigzustellen und zu vermeiden, dass nunmehr auszugsweise über die Klageerwiderung berichtet wird. Unabhängig davon bedauert Volkswagen die Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik zutiefst.

    Volkswagen hält die anhängigen Aktionärs-Klagen für unbegründet, da jede Ad-hoc-Pflicht voraussetzt, dass die für die Erfüllung dieser Pflicht verantwortlichen Personen Kenntnis eines kursrelevanten Sachverhalts erlangen und die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Information abschätzen können. Im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik ergab sich eine Kursrelevanz erst am 18. September 2015, als die Verletzung US-amerikanischer Umweltschutzrichtlinien bekannt gemacht wurde. Bis dahin gab es keinerlei Anzeichen für börsenkursrelevante Informationen, denn bis zu diesem Zeitpunkt war von einer überschaubaren Fahrzeug-Anzahl (etwa 500.000) und Bußgeldern in einem zweistelligen oder unteren dreistelligen Millionen-Bereich auszugehen, wie in der Vergangenheit in den USA in vergleichbaren Fällen im Zusammenhang mit Personenkraftfahrzeugen verhängt. Die Diesel-Thematik schien nach bestem Kenntnisstand durch übliche und damit kursneutrale Maßnahmen einschließlich wirksamer technischer Lösungskonzepte beherrschbar. Das nach dem 18. September 2015 in der Öffentlichkeit diskutierte mögliche Strafmaß von maximal 18 Mrd. US-Dollar wurde in anderen Fällen nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Nachdem im Anschluss an die „Notice of Violation“ eine erste belastbare Zahlenbasis über die weltweiten Risiken ermittelt worden war, wurde diese vorläufige Abschätzung am 22. September 2015 unverzüglich ad-hoc gemeldet.

    Die umfassende Untersuchung im Auftrag des Aufsichtsrates von Volkswagen bezüglich der Vorgänge und Verantwortlichkeiten rund um die Diesel-Thematik wird fortgeführt. Jones Day analysiert gigantische Datenmengen: 102 Terabyte wurden insgesamt sichergestellt; eine Menge, die etwa 50 Mio. Büchern entspricht. Wie bereits angekündigt wird Volkswagen über die vorläufigen Ergebnisse dieser Untersuchung in der zweiten Aprilhälfte berichten.

    Hintergründe zum in der Klageerwiderung erläuterten rechtlichen Standpunkt

    Der Ausgangspunkt der Diesel-Thematik war rückblickend die strategische Entscheidung von Volkswagen im Jahr 2005, in den USA eine groß angelegte Dieseloffensive zu starten und dieser in Europa damals bereits sehr erfolgreichen Technologie auch in den USA zum Durchbruch zu verhelfen. Zu diesem Zweck sollte mit dem Motortyp EA189 ein neues Diesel-Aggregat entwickelt werden, das leistungsstark ist und zugleich kosteneffizient produziert werden kann.

    Die US-Grenzwerte für Schadstoffemissionen sind streng. Nach dem damals strengsten Standard in den USA durften nur 31 mg/km Stickoxide (NOx) emittiert werden – rund sechs Mal weniger als nach der zu jener Zeit in Europa gültigen EU5-Norm. Bei der Konstruktion moderner Dieselmotoren stehen Techniker und Ingenieure vor der Herausforderung, dass jede Maßnahme zur Stickoxid-Reduktion dazu führt, dass bei anderen Parametern (bspw. CO2) Abstriche gemacht werden müssen.

    Um diesen Zielkonflikt im Rahmen der Zeit- und Kostenvorgaben für den EA189 zufriedenstellend zu lösen, entschloss sich nach bisherigem Erkenntnisstand in der Folgezeit eine Gruppe von Personen, die im Einzelnen aktuell noch ermittelt werden, auf Ebenen unterhalb des Konzern-Vorstands im Bereich Aggregate-Entwicklung dazu, die Motorsteuerungssoftware zu verändern. Mit diesem Eingriff in die Software wurden auf dem Teststand Abgaswerte erzeugt, die sich signifikant von den unter realen Fahrbedingungen erzeugten Werten unterschieden.

    Es handelte sich dabei um einen punktuellen, aber schwerwiegenden und von Volkswagen nachdrücklich bedauerten Eingriff in die Motorsteuerungssoftware, der aber durch relativ kleine Veränderungen innerhalb des für die Entwicklung der Steuerungssoftware verfügbaren Budgets möglich war, ohne hierbei übergeordnete Stellen einbeziehen zu müssen. Nur einige wenige von insgesamt rund 15.000 einzelnen Algorithmen wurden modifiziert. Hinweise auf Unregelmäßigkeiten beim Abgasverhalten des EA189 ergaben sich für die kalifornische Umweltbehörde California Air Resources Board (CARB) aus der vom International Council on Clean Transportation (ICCT) im Mai 2014 publizierten Studie.

    Dieser Studie zufolge wichen die Stickoxidwerte zwischen Prüfstand und Straße bei zwei VW-Fahrzeugen deutlich stärker voneinander ab, als dies unter normalen Umständen erwartbar gewesen wäre. Daraufhin bat die CARB die Volkswagen Group of America (VW GoA) um Erläuterung. In den Folgemonaten wurden bei Volkswagen deshalb intern Nachmessungen durchgeführt. Während eines Treffens mit CARB am 2. Dezember 2014 hat VW GoA schließlich das Angebot unterbreitet, im Rahmen einer ohnehin für Dezember 2014 geplanten Service-Maßnahme für den nordamerikanischen Markt eine Neukalibrierung der Dieselmotoren vom Typ EA189 der ersten und zweiten Generation durchzuführen.

    Am 23. Mai 2014 wurde eine Notiz über die ICCT-Studie für Martin Winterkorn, seinerzeit Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, erstellt. Diese Notiz wurde seiner umfangreichen Wochenendpost beigelegt. Ob und inwieweit Herr Winterkorn von dieser Notiz damals Kenntnis genommen hat, ist nicht dokumentiert. Am 14. November 2014 gab es eine weitere Notiz an ihn, in der unter anderem über mehrere damals aktuelle Produktschadensfälle berichtet wurde und in der von einem Kostenrahmen von ca. EUR 20 Mio. für die Diesel-Thematik in Nordamerika die Rede war.

    Nach aktuellem Kenntnisstand erfuhr die Angelegenheit, da sie vielmehr als ein Produktthema unter vielen behandelt wurde, zunächst auf den Führungsebenen bei Volkswagen keine besondere Aufmerksamkeit. Entsprechend lag auch die Zuständigkeit innerhalb von Volkswagen beim „Ausschuss für Produkt-Sicherheit“ (APS). Emissionsabweichungen zwischen Prüfstands- und Straßenbetrieb kommen bei allen Automobilherstellern vor und sind keineswegs automatisch auf Regelverstöße zurückzuführen. Bei weltweit agierenden Automobilherstellern sind Servicemaßnahmen und Rückrufaktionen nichts Außergewöhnliches. Dass sich dies nun rückblickend anders darstellt, bedauert Volkswagen ausdrücklich.

    In von CARB durchgeführten Nachtests erwies sich in der Folgezeit die freiwillige Service-Maßnahme bei den betroffenen Motoren für den nordamerikanischen Markt als nicht ausreichend, um die Stickoxid-Emissionen auf ein akzeptables Niveau zu senken. Im Sommer 2015 richtete der APS eine eigene Diesel-Taskforce ein. Zudem wurde die US-Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis beauftragt, Volkswagen in Bezug auf amerikanische emissionsrechtliche Fragestellungen zu beraten
    .

    Nach aktuellem Kenntnisstand besprachen sich am 27. Juli 2015 einzelne Volkswagen-Mitarbeiter am Rande einer regelmäßig stattfindenden Besprechung über Schadens- und Produktthemen unter Anwesenheit von Martin Winterkorn und Herbert Diess zur Diesel-Thematik. Konkrete Details dieser Besprechung sind derzeit noch nicht rekonstruiert. Es ist insbesondere nicht geklärt, ob zwischen den Beteiligten bereits zu diesem Zeitpunkt ein Verständnis davon gegeben war, dass die Softwareveränderung gegen US-amerikanische Umweltvorschriften verstieß. Herr Winterkorn forderte eine weitere Aufklärung des Sachverhalts.

    Ende August 2015 wurde Juristen der Volkswagen-Rechtsabteilung sowie den US-Anwälten von Kirkland & Ellis von Volkswagen-Technikern schließlich vollständig erläutert, welche technischen Ursachen die festgestellten Unregelmäßigkeiten beim Stickoxidausstoß in den USA hatten. Diese detaillierten Erläuterungen führten bei Mitgliedern des Volkswagen-Vorstands zu der Erkenntnis, dass es sich um eine Softwareveränderung handelte, die nach US-Recht als unzulässiges Defeat Device zu klassifizieren war. Es wurde daraufhin besprochen, dass diese Erkenntnis gegenüber CARB und EPA transparent zu kommunizieren sei. Dies geschah im Rahmen eines Treffens mit den US-Behörden am 3. September 2015, worüber Martin Winterkorn durch eine Notiz vom 4. September unterrichtet wurde.

    Volkswagen wurde dahingehend beraten, dass Defeat Device-Verstöße nach US-amerikanischem Umweltrecht durch andere Hersteller bislang stets im Vergleichswege mit Bußgeldzahlungen geahndet wurden, die für ein Unternehmen mit der Größe Volkswagens nicht besonders hoch seien. Auch die bislang höchste Strafzahlung von 100 Mio. US-Dollar, die im Jahr 2014 verhängt wurde, blieb am unteren Ende des gesetzlichen Strafrahmens. Betroffen waren seinerzeit rund 1,1 Mio. Fahrzeuge, was einer Strafe von gerade einmal rund 91 US-Dollar pro Fahrzeug entsprach.

    Vor dem Hintergrund dieser Empfehlung bestand die Erwartung, dass die Thematik mit den US-Behörden durch die Offenlegung der Softwareveränderung, die Vereinbarung geeigneter Maßnahmen zur Wiederherstellung eines rechtmäßigen Zustands der Fahrzeuge sowie etwaige Bußgeldzahlungen im üblichen Rahmen gelöst werden könne.

    Anfang September 2015 schien die Auswirkung der Diesel-Thematik noch auf die USA begrenzt zu sein. Unmittelbar nach der aufgrund des bisherigen Gesprächsverlaufs mit den US-Behörden unerwarteten Bekanntmachung am 18. September 2015 und der damit verbundenen Öffentlichkeitswirkung, wurde eine eigens zusammengestellte Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Konzern-Revision aufgefordert, mit Hochdruck die Sachverhaltsermittlungen voranzutreiben. Die Abschätzung der konkreten, aus dieser Thematik resultierenden weltweiten Risiken bedurfte einige Tage Zeit und wurde, als dann eine halbwegs belastbare, aber noch vorläufige Zahlenbasis ermittelt worden war, am 22. September 2015 ad-hoc gemeldet.