Schlechte Qualifyings: Hausaufgaben für Kimi Räikkönen

Schlechte Qualifyings: Hausaufgaben für Kimi Räikkönen

Sebastian Vettel ist der neue Star im Formel-1-Traditionsteam Ferrari. Der Nachfolger von Fernando Alonso hat in Maranello schnell das Zepter übernommen. Mit seiner akribischen Art hat der Deutsche dabei geholfen, das Team wieder in positivere Bahnen zu lenken. Der etablierte Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen steht diesbezüglich etwas im Schatten – auch in der WM-Tabelle liegt der Finne hinter dem prominenten Neuzugang der Italiener.

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Räikkönen hat als Vierter der Fahrerwertung mit 60 Punkten in den vergangenen Wochen etwas den Anschluss an den vor ihm liegenden Vettel (98 Zähler) verloren. Die Ursache ist beim Blick auf die Statistiken der bisherigen Grands Prix des Jahres schnell ausgemacht: das Qualifying. Im teaminternen Duell steht es in den Zeitenjagden am Samstag 6:0 für Vettel. In den Rennen kann der Finne hingegen oftmals annähernd auf dem Niveau seines Teamkollegen fahren.

„Kimis Problem ist das Qualifying. Im Rennen in Monaco war er wieder ab einem gewissen Punkt so schnell wie Sebastian. Wir wissen, dass Kimi im Rennen super ist“, stellt Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene den aktuellen Leistungsstand von Räikkönen dar. Der Italiener fügt mit einem Schmunzeln hinzu: „Müsste ich ihm Hausaufgaben geben, dann müsste er einen Aufsatz mit dem Titel ‚Wie werde ich im Qualifying besser?‘ schreiben.“

Sechs aus Zehn für Sauber: Formabfall nicht so dramatisch

Sechs aus Zehn für Sauber: Formabfall nicht so dramatisch

Nach einem starken Formel-1-Saisonauftakt 2015 in Australien hinkt Sauber der guten Form hinterher. Die Schweizer müssen sich in der WM-Wertung gegen Force India, Lotus und Toro Rosso wehren, die in den vergangenen Wochen mehr Zähler einfahren konnten als die Mannschaft aus Hinwil. Immerhin konnte Sauber in Monaco kleine Schadenbegrenzung betreiben. Nach einem schwachen Qualifying konnte Felipe Nasr im Grand Prix wenigstens zwei Zähler einfahren.

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„Bis jetzt würde ich uns sechs von zehn Punkten geben“, fasst Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn den bisherigen Saisonverlauf im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘ zusammen. „Es gibt Raum für Steigerungen – und wir werden uns steigern“, lautet das Versprechen der Österreicherin. Beim kommenden Rennen in Kanada will sich Sauber wieder stärker präsentieren. Die Strecke in Montreal sollte dem Auto mehr liegen. „Wir bringen immer wieder einige neue Teile. Wir halten uns an unseren Fahrplan“, so die Teamchefin.

In der Konstrukteurswertung liegt Sauber aktuell mit 21 Punkten auf Rang fünf. Der Rückstand auf Red Bull (52 Zähler) ist erheblich größer geworden, der Vorsprung auf Force India (17), Lotus (16) und Toro Rosso (15) nur minimal. „Wir haben in einigen Rennen Fehler gemacht. Der aktuelle WM-Stand spiegelt nicht ganz wider, wo wir eigentlich im Vergleich zum Wettbewerb stehen“, ist Kaltenborn davon überzeugt, dass der Sauber-Ferrari C34 besser ist als es auf den ersten Blick scheint.

„Wir waren auf Strecken, wo wir vorher schon wussten, dass wir nicht ganz so konkurrenzfähig sein würden. Malaysia lassen wir mal weg, weil wir dort Fehler gemacht haben. Auch Bahrain, wo unser Boxenstopp schiefging“, so die Schnellanalyse der verpassten Chancen aus der Sicht von Kaltenborn. „In Barcelona und Monaco war uns klar, dass es nicht ganz so gut laufen wird“, so die Teamchefin. Vom einem tiefen Tal will sie nichts wissen: „Ich sehe das alles nicht so dramatisch.“

Daniel Ricciardo: „In den Top 5 macht es mehr Freude“

Daniel Ricciardo: „In den Top 5 macht es mehr Freude“

Red Bull hat sich in der Konstrukteurswertung von Sauber und Force India absetzen können. Grudlage dafür war ein erfolgreicher Grand Prix von Monaco 2015, in dem Daniil Kwjat (4.) und Daniel Ricciardo (5.) insgesamt 22 Zähler einfahren konnten. Die enge und kurvige Strecke im Fürstentum kam dem Red Bull RB11 entgegen, die Schwächen des Renault-Antriebs fielen in Monaco nicht derart ins Gewicht wie auf anderen Formel-1-Strecken.

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„Es war eines der besseren Rennen, weil uns die Strecke entgegenkommt“, sagt Daniel Ricciardo. Der Australier war kurz vor dem Ende an seinem Teamkollegen vorbeigelotst worden, um mit frischen Reifen auf die Jagd nach einem möglichen Podestplatz zu gehen. Ricciardo konnte sich bis an das Heck des drittplatzierten Lewis Hamilton (Mercedes) heranarbeiten, aber nicht vorbeiziehen. Kurz vor der Zieldurchfahrt ließ er sich wieder hinter Kwjat zurückfallen, um die vorherige Reihenfolge wieder herzustellen.

„Wir wollen in den Top 5 bleiben. Es macht viel mehr Spaß, in solchen Regionen zu fahren“, meint Ricciardo mit Blick auf die anstehenden Rennen in Kanada und Österreich. „In Kanada werden wir ganz okay sein, aber bestimmt nicht ganz so wie in Monaco. Uns wird es in den kommenden Rennen wahrscheinlich an Tempo fehlen. Immerhin bekommen wir ein paar Updates“, so der Australier. Sein russischer Kollege ist etwas optimistischer: „Ich denke, wir können auch in Montreal ähnlich konkurrenzfähig sein.“

Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Lewis Hamilton, da sind sich alle einig, hat die Formel-1-Saison 2015 bisher dominiert. Mit Ausnahme von Barcelona, wo er einmal in der Position von Nico Rosberg und nach der ersten Runde nicht in Führung war, hatte er an sechs Rennwochenenden fast ununterbrochen den besten Speed. Und trotzdem steht er nach sechs von 19 Grands Prix „nur“ mit 126 WM-Punkten da. Das sind zehn mehr als Rosberg – und spiegelt das eigentliche Kräfteverhältnis im Titelkampf nicht realitätsnah wider.

Gerade Monaco hätte er nur zu gern gewonnen. Erst einmal, nämlich 2008, ist ihm ein Sieg im Fürstentum gelungen. Gerade in Monaco wachsen Ausnahmekönner oftmals über sich hinaus. Michael Schumacher hat fünfmal gesiegt, Alain Prost und Graham Hill auch. Und Ayrton Senna sogar sechsmal. Ausgerechnet Senna, sein großes Vorbild. Aber dessen Monaco-Rekord wird für Hamilton wahrscheinlich unerreicht bleiben. Obwohl er gestern drauf und dran war, zumindest Sieg Nummer 2 einzufahren.

Zu dem, was während der Safety-Car-Phase passiert ist, hat Toto Wolff schon alles gesagt. Aber eine Situation blieb bisher ungeklärt. Nämlich als Hamilton nach der Zieldurchfahrt eingangs Tunnel kurz stehen blieb, dann aber doch weiterfuhr. Der erste Verdacht war: Nach der bitteren Enttäuschung, dass ihm ein verdienter Sieg gestohlen wurde, wollte er gar nicht mehr zur Siegerehrung. Sondern, genau wie Senna 1988, direkt in sein Appartement.

Hamilton, ansonsten kein guter Verlierer (wie das große Champions eben so an sich haben), fuhr dann aber doch zurück zu Start und Ziel, gratulierte Rosberg artig, ließ die Siegerehrung in der Fürstenloge im Zeitlupentempo über sich ergehen. Er kann letzte Nacht gar nicht gut geschlafen haben. Denn nach Rosbergs Sieg in Barcelona war für ihn klar: In Monaco werde ich das korrigieren und die Hackordnung in der Weltmeisterschaft wiederherstellen. Weil ich der Beste bin.

Foto: Lewis Hamilton, Großer Preis von Monaco



Ein Selbstverständnis, das durch Ereignisse wie gestern ins Wanken geraten könnte. Rosberg hat sich Barcelona selbst erkämpft, aber das konnte Hamilton als Ausrutscher abhaken. Monaco hätte zeigen sollen, wer wirklich der Beste ist. Hat es auch. Aber eben nur auf der Strecke und nicht auf der Ergebnisliste. Und selbst wenn alle wissen, wer gestern der moralische Sieger des wichtigsten Autorennens der Welt war: Das tut weh. Besonders einem von Ehrgeiz durchtriebenen Fahrer wie Hamilton.

Eigentlich schwebte er in den vergangenen Wochen auf einer Wolke des Erfolgs. Auf der Strecke konnte ihm niemand das Wasser reichen, der neue Mercedes-Vertrag war endlich fertig verhandelt und unterschrieben. 100 Millionen Euro für drei Jahre, heißt es – was einem „Kilometergeld“ von jenseits 5.000 Euro entspricht, wie irgendein schlauer Kopf ausgerechnet hat. Aber was nützen Hamilton seine Million, wenn er Rennen nicht gewinnt, die er eigentlich schon längst gewonnen hatte?

Martin Brundle stellte nach dem Grand Prix von Monaco eine wichtige Frage: Wie soll Hamilton je wieder den Entscheidungen seines Teams vertrauen? Muss er jetzt nicht jedes Mal befürchten, dass sich der Computer verrechnet hat, wenn man ihm sagt, er soll an die Box kommen? Vertrauen ist das höchste Gut für einen Rennfahrer. Nur Vertrauen macht Leistungen möglich, wie sie Hamilton bisher gezeigt hat. Und dieses Vertrauen hat gestern einen Riss erlitten. Mindestens.

Kleine Störfaktoren, die bisher keine Rolle gespielt haben, könnten nun ins Bewusstsein rücken. Wenn man Rennen verliert, denkt man über Dinge nach, die man ansonsten nicht einmal wahrgenommen hätte. Etwa die Kritik, dass ein Jetset-Leben inmitten von Hollywood-Promis und Supermodels für das Wesentliche, nämlich das schnelle Rennfahren, kontraproduktiv ist. Das findet sogar Damon Hill, und der muss es wissen. Er war 1996 selbst Weltmeister.

Hamilton düste am Donnerstagabend nach dem Freien Training mit dem Auto nach Cannes, um sich bei einer Charity-Party mit Model Gigi Hadid zu treffen. Rosberg blieb indes zu Hause, bei seiner schwangeren Frau Vivian, ging früh ins Bett und schlief lieber im für seine Tochter gedachten Kinderzimmer, weil ihm die Bar unter seinem Schlafzimmer zu laut war. Gegensätzlicher könnte die Vorbereitung auf einen Klassiker wie Monaco kaum sein.

Hamilton muss nun in Montreal, auf einer seiner Lieblingsstrecken, beweisen, dass er 2015 der beste Fahrer ist. Dass ihm Rosberg, zwei Siege hin oder her, nicht das Wasser reichen kann. Dass zehn Punkte Vorsprung gemessen an den gezeigten Leistungen zu wenig sind. Und dieser Druck kann an einem nagen. Selbst ein Hamilton ist kein Übermensch. Und fängt jetzt vielleicht über Dinge nachzudenken an, die ihm bisher völlig automatisch von der Hand gegangen sind. Das kann einen Erfolgsrun ganz schnell beenden und eine Weltmeisterschaft kippen lassen.

Ihr

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Williams-Schwächen: Analyse nach dem tiefen Monaco-Tal

Williams-Schwächen: Analyse nach dem tiefen Monaco-Tal

Williams hat im Grand Prix von Monaco 2015 die erste Nullnummer des Formel-1-Jahres hinnehmen müssen. Die Briten konnten die Vorteile ihres Fahrzeuges in den engen Gassen des Fürstentums nicht ausspielen – ein Abziehbild des Vorjahres, nur noch etwas schlimmer. „Wir wollen auf allen Strecken konkurrenzfähig sein, nicht nur auf manchen. Wir müssen lernen, Änderungen vornehmen und an der Performance in langsamen Ecken arbeiten“, so die Ansage von Valtteri Bottas.

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Der Finne hatte mir dem Kampf um WM-Zähler am Sonntag ebenso wenig zu tun wie sein Teamkollege Felipe Massa. Die beiden Williams-Piloten atmen nach Abschluss des Rennens einmal tief durch und richten den Blick schnell in die Zukunft. „Ich mache mir über den weiteren Saisonverlauf keine Sorgen. Die kommenden Strecken liegen uns besser, außerdem bringen wir entsprechende Neuerungen ans Auto. Monaco war hoffentlich einfach ein Ausrutscher“, meint Bottas.

„Ich blicke mit großer Zuversicht auf das Rennen in Kanada, auch auf die Rennen in Österreich und Silverstone. Jetzt kommen gute Strecken für uns. So können wir die Ergebnisse von Monaco schnell abhaken und hinter uns lassen“, stimmt Massa zu. „Wir werden uns in Kanada stärker präsentieren. Das liegt nicht nur an der Strecke, sondern auch daran, dass wir das Auto weiter voranbringen werden“, erklärt der Brasilianer.

Ab jetzt geht es wieder bergauf

„Für das Rennen in Montreal werden wohl zunächst nur kleine Updates kommen, aber für Österreich haben wir einen großen Schritt geplant. Ich bin überzeugt, dass es unser größter Schritt werden kann. Viele Teams haben ihre großen Updates nach Barcelona gebracht – wir nicht. Unser großer Schritt folgt dann eben zwischen Kanada und Österreich“, malt Massa ein positives Bild von den kommenden Wochen in der Formel 1. Schon im Vorjahr hatte Williams nach einer Monaco-Schwäche sofort zurückschlagen können.

Im Technikstab des britischen Traditionsteams will man die Pleite an der Cote d’Azur nicht ganz so schnell abhaken. „Bis Monaco war unser Auto auf jeder Strecke in der Lage, irgendetwas im Bereich von 18 oder 22 Punkten einzufahren. Das ist uns fast überall gelungen“, sagt Chefingenieur Rob Smedley. „Es darf letztlich nicht sein, dass man ein Rennen wie Monaco vorher schon abhakt und sich mit einer Nullnummer zufrieden gibt. Es muss auch dort so laufen wie auf allen anderen Strecken – also wieder 22 Punkte oder so.“

Video: Bottas oder Massa, wer weiß es besser? (2)

Der Brite hat die Ursachen für die schwache Performance des Teams schnell analysiert: „Sehr glatter Asphalt, keine schnellen Kurven und quasi keine Geraden – nie generiert man hier hohe Reifenlasten. Somit kommt keine ordentliche Temperatur in die Pneus. Es ist irgendwie ein Teufelskreis.“ Diesen Teufelskreis möchte man im Hinblick auf 2016 endlich durchbrechen. Williams möchte wieder Topteam sein – ohne Schwächen, ohne extreme Leistungsschwankungen.

„Wir haben nicht genug mechanischen Grip – aus welchen Gründen auch immer. Das Wichtigste ist, dass wir verstehen, warum wir diese Probleme hatten“, sagt Smedley. „Williams hat die Ambition, wieder ein absolutes Topteam zu werden. Wenn man dies erreichen will, dann darf man solche Schwächen nicht haben. Man kann nicht einfach nach Monaco kommen und das Rennen vorher abhaken, weil die Strecke nicht zum Auto passt. Nein, man muss immer und überall vorne dabei sein.“

Lernen für 2016: Wo ist der Grip?

„Wir müssen unsere Performance in allen Bereichen analysieren. Wir dürfen keinesfalls den Fehler machen, uns nun auf eine spezielle Schachstelle stürzen, ohne die anderen Dinge vorab entsprechend analysiert zu haben“, sagt der Techniker. „Wir müssen alles mit in die Rechnung aufnehmen: Aerodynamik, Mechanik, Setup des Autos, Umgang mit den Reifen – alles spielt mit hinein. Wir müssen das Gesamtbild betrachten, um für das kommende Jahr entsprechende Schritte unternehmen zu können.“

Rob Smedley© LAT
Grübelt über die Ursachen für zu wenig machanischen Grip: Rob Smedley
„In Kanada werden wir einige neue Teile bringen, die uns in zahlreichen Bereichen voranbringen sollten. Ein großes Paket kommt in Österreich. Darauf freuen wir uns schon sehr“, sagt Smedley. „Anschließend folgen ganz normale weitere Entwicklungen. Wir haben in Barcelona gezeigt, dass wir auf ’normalen Strecken‘ sehr gut mithalten können. In Monaco war es ein Ausreißer, weil Fahrzeug und Reifen einfach nicht richtig zusammengespielt haben. In Kanada werden wir mindestens wieder Normalform haben.“

„Die kommenden drei Rennen werden uns gut liegen“, ist Smedley nach der Monaco-Pleite zuversichtlich. „2014 waren wir in Monaco schwach, haben in Kanada viel besser ausgesehen und in Österreich die erste Startreihe geholt. Ich will nicht sagen, dass es in diesem Jahr wieder automatisch genauso laufen muss, aber alles hängt halt doch gewissermaßen von den Streckencharakteristiken ab“, erklärt der Brite. Den Bau einer verkürzten Nase hat man auf das kommende Jahr verschoben, weil der hohe Aufwand während der Saison nicht durch die Aussicht auf eher mäßige Fortschritte zu rechtfertigen ist.

18-Zoll-Reifen: Vier Kilogramm schwerer, aber genau so schnell

18-Zoll-Reifen: Vier Kilogramm schwerer, aber genau so schnell

Im vergangenen Jahr präsentierte Pirelli erstmals einen Formel-1-Reifen für eine 18-Zoll-Felge. Bei Testfahrten in Silverstone fuhr der damalige Lotus-Pilot Charles Pic erstmals mit den Niederquerschnittserifen. Seitdem wurde es um das Thema 18-Zoll-Reifen etwas ruhiger, doch hinter den Kulissen trieb Pirelli die Entwicklung weiter voran.

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In diesem Jahr rückten die Italiener bereits drei Mal zu Testfahrten aus, um das neue Reifenformat zu testen, dessen Einführung zur Saison 2017 weiterhin zur Diskussion steht. Mangels eines geeigneten Formel-1-Fahrzeugs fanden die Tests mit einem GP2-Boliden statt. Dabei erzielte Pirelli nach eigenen Angaben vergleichbare Zeiten wie mit den bisher üblichen 13-Zoll-Reifen. Auch der Verschließ sei ähnlich.

„Diese Reifen sind konkurrenzfähig und einsatzbereit, daher wollten wir sie den Leuten zeigen“, sagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. Und das tat Pirelli am Freitag im Rahmen des Monaco-Grand-Prix. Vor dem Hauptrennen der GP2 fuhr der ehemalige Formel-1-Pilot Martin Brundle mit einem mit 18-Zoll-Reifen ausgerüsteten GP2-Auto zwei Runden über den Startkurs. „Wir wollten damit unterstreichen, das wir uns zukünftige Regeln, wie auch immer sie aussehen mögen, rechtzeitig und ordentlich anpassen können.“

Kein großer Unterschied zu den 13-Zoll-Reifen

Brundle, der vor kurzem auch einen aktuellen Force-India-Boliden (mit 13-Zoll-Reifen) gefahren war, zeigte sich von den neuen Pneus angenehm überrascht. „Es hat sich völlig normal angefühlt. Ich hatte erwartet, dass sich das Auto mit diesen Reifen viel steifer anfühlen würden, aber das war nicht der Fall“, so Brundle. „An einige Dinge musste ich mich gewöhnen. So ist der Scheitelpunkt schwieriger zu sehen.“

Auch die Teams müssten sich bei einem Wechsel auf die 18-Zoll-Reifen umstellen, denn durch die größere Felge ist derzeit jedes Rad vier Kilogramm schwerer als die aktuell verwendeten Räder. „Die Felgen, die wir verwenden, wurden nicht für die Formel 1 entwickelt. Sie haben uns aber ein Produkt gegeben, mit dem wir unsere Arbeit machen können und das sicher genug ist“, sagt Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery im Gespräch mit ‚Motorsport-Total.com‘ über die Zusammenarbeit mit Felgenhersteller OZ.

Sollte das Format in der Formel 1 eingeführt werden, würden die Felgen nach Einschätzung des Briten noch im einiges leichter. „Wenn es tatsächlich so kommt und die Leute Druck machen, würden sie Gewicht einsparen“, sagt Hembery. „Das wird aber sicherlich nicht die Hälfte sein.“

Pirelli plädiert für größere Räder

Und die Einführung dieses Formats wäre ganz im Sinne von Pirelli. „Man sieht nicht mehr viele Straßenautos, die mit 13-Zoll-Rädern fahren, daher wäre das eine interessante Richtung für die Zukunft“, sagt Hembery. Hinzu kommt: „In den meisten der rund 300 Meisterschaften, die wir unterstützen, fährt mit 18-Zoll-Reifen, daher wäre das kein großer Sprung für uns.“

Auf ein mögliches Formel-1-Engagement, für das sich Pirelli unlängst beworben hat, hätte eine Entscheidung pro oder kontra 18-Zoll-Reifen keinen Einfluss. „Für uns macht es keinen Unterschied, ob die Felgen 18, 20 oder 13 Zoll groß sind. Aus technischer Sicht, können wir jede Herausforderung annehmen“, sagt Firmenchef Marco Tronchetti Provera zu ‚Motorsport-Total.com‘.