McLaren-Honda hat im Formel-1-Grand-Prix von Monaco endlich die ersten WM-Punkte des Jahres verbucht. Jenson Button brachte sein Auto nach 78 Runden im Fürstentum auf Rang acht über die Linie und sammelte somit vier Zähler. Es sei ein „Meilenstein auf dem Weg in Richtung zukünftiger Siege“ gewesen, meint der Brite nach seinem kleinen Erfolg in Monte Carlo. Teamkollege Fernando Alonso erreichte wegen eines Getriebeschadens das Ziel zwar nicht, aber der Spanier zeigt sich dennoch zufrieden.
Wenn Dir der Artikel gefallen hat, dann gib ihm hier Deine Stimme.
„Unser Fortschritte sind außergewöhnlich, aber die Zuverlässigkeit müssen wir in den Griff bekommen“, so der Spanier nach dem Rennen in Monaco. „Es ist mir lieber, es passiert jetzt als 2016, wenn wir hoffentlich wieder um Titel kämpfen werden. Ob ich Achter oder Neunter werde, interessiert mich eigentlich relativ wenig.“ Die Ambitionen des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters werden sehr deutlich. Alonso glaubt fest an einen großen Fortschritt zum kommenden Jahr.
Das Team und der japanische Antriebspartner werden in den kommenden Monaten einen „aggressiven Entwicklungsplan“ verfolgen, verspricht Alonso. Die Verbesserungen sollen in den Bereichen Antrieb, Zuverlässigkeit, Aerodynamik und Performance angebracht werden. „In Österreich und Ungarn werden wir wichtige Schritte machen“, nennt Alonso den Zeitplan für die Ausbaustufen. Beim kommenden Rennen in Montreal dürfe man noch nicht zu viel erwarten. In Kanada steht die Leistung der Antriebe wieder mehr im Vordergrund.
Wenn es um Kritik an der aktuellen Formel 1 geht, dann ist Red Bull häufig ganz weit vorne mit dabei. Das ehemalige Weltmeisterteam macht keinen Hehl daraus, dass es sich einige radikale Veränderungen in der Königsklasse wünscht. Für viele Fans liegt die Vermutung nahe, dass Red Bull sich vor allem deshalb für neue Regeln ausspricht, da das Team aktuell nicht in der Lage ist, um aus eigener Kraft um Siege zu kämpfen. Motorsportberater Helmut Marko behauptet: Alles Blödsinn!
Wenn Dir der Artikel gefallen hat, dann gib ihm hier Deine Stimme.
„Wir machen uns nicht nur aus Wettbewerbsgründen Gedanken um die Formel 1“, verrät der Österreicher gegenüber ‚Die Welt‘ und erklärt: „Das Problem ist komplex und hat nichts mit unserer derzeit mangelnden Konkurrenzfähigkeit zu tun.“ In der Saison 2015 stand Red Bull noch nicht ein einziges Mal auf dem Podium, Daniil Kwjats vierter Platz in Monaco war das beste Resultat des Teams in den ersten sechs Saisonrennen.
„Wir sind keine schlechten Verlierer, sondern um die Zukunft der Formel 1 besorgt“, stellt Marko klar und ergänzt: „Wir erleben einen Publikumsrückgang, sowohl bei den Zuschauerzahlen an der Strecke als auch bei TV-Quoten. Wir haben die Sorge, dass die Entwicklung in die falsche Richtung geht.“ Die Zahlen belegen Markos Theorie, alleine 2014 verlor die Formel 1 weltweit 25 Millionen TV-Zuschauer.
Foto: Red Bull, Großer Preis von Monaco
„Wir haben die Sorge, dass der Sport nicht mehr so attraktiv ist wie zu der Zeit, als wir eingestiegen sind“, erklärt Marko. Seit 2005 ist Red Bull mit einem eigenen Team in der Formel 1 vertreten, zuvor war man bereits viele Jahre als Sponsor in der Königsklasse aktiv gewesen. Ende 2005 übernahm man auch noch das ehemalige Minardi-Team (heute Toro Rosso; Anm. d. Red.) und tritt seit 2006 sogar mit zwei Teams an.
„Wir sind keine schlechten Verlierer, sondern um die Zukunft der Formel 1 besorgt.“
Helmut Marko
Damit könnte allerdings bald Schluss sein. Für Toro Rosso sucht man bereits seit einiger Zeit einen Käufer und auch das „A-Team“ könnte auf der Abschussliste stehen, wenn sich an den aktuellen Regeln nichts ändert. „Es ist wie ein Boxkampf zwischen einem Schwergewichtsweltmeister und einem Leichtgewichtskämpfer. Wir leben nach dem Prinzip Hoffnung, warten ab und geben den Verantwortlichen Zeit. Mehr können wir nicht tun“, schildert Marko die aktuelle Situation.
Tattoos überall, Selfies im Minutentakt, dicke Goldketten um den Hals, schnelle Autos unter dem Hintern und hübsche Frauen im Arm: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton liebt die Selbstinszenierung und stößt mit seinen Beiträgen auf Twitter und Co. nicht immer auf Gegenliebe. Allerdings hat der Brite mit dieser Art einen Fan fürs Leben gewonnen. Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone hätte am liebsten 20 Hamiltons im Startfeld – Fahrer, die polarisieren und offensiv auftreten.
Wenn Dir der Artikel gefallen hat, dann gib ihm hier Deine Stimme.
„Aus reiner Businesssicht muss ich Nico leider sagen, dass er nicht so gut für mein Geschäft ist“, hatte Ecclestone kürzlich die vergleichsweise zurückhaltende Art von Mercedes-Pilot Nico Rosberg kritisiert. Der Deutsche ist im Gegensatz zu seinem Teamkollegen eher zurückhaltend. Zu bieder seien die braven, jungen Familienväter Nico Rosberg und Sebastian Vettel, meint der Formel-1-Vermarkter. „Überrascht mich nicht“, reagiert Rosberg auf die Aussagend es Briten. „Ich verstehe seine Sicht der Dinge.“
„Er ist diesbezüglich immer ganz offen. Er kritisiert halt alle, die nicht so sind wie Lewis. Je mehr du dich darstellst, desto besser. Man schürt mehr Spannung. Das ist doch klar“, erklärt der gebürtige Wiesbadener mit Wohnsitz in Monaco. „Ecclestone agiert im Sinne der kommerziellen Belange. Was will er also? Er will Bewegung. Und Lewis sorgt auf seine Art dafür. Ich bin diesbezüglich eher etwas reserviert. Gleichzeitig leiste aber auch ich etwas für den Sport. Ich mache es auf meine Art.“
Hamilton sei im Moment der einzige Fahrer im Starterfeld, der „etwas Glamour“ hineinbringe, meint Ecclestone. Die sportlich erfolgreichen deutschen Piloten Vettel und Rosberg erkenne auf der Straße „kaum jemand“. Auch an Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene reibt sich der Formel-1-Promoter. „Er arbeitet nur für sich selbst, nicht für die Formel 1“, meint der Brite. Die Reaktion des Italieners: „Dann soll er mir den Pass für das Fahrerlager abnehmen. Was soll ich machen? Ich werde mich wegen Bernie nicht ändern.“
Ferrari hat im Grand Prix von Monaco 2015 mit den Plätzen zwei (Sebastian Vettel) und sechs (Kimi Räikkönen) insgesamt 26 Zähler eingefahren und seine Position als bester Verfolger von Formel-1-Dominator Mercedes somit gefestigt. Allerdings wollen die Italiener noch mehr. Das umfangreiche Update, das dem SF15-T ab dem Grand Prix von Spanien eigentlich hätte Beine machen sollen, zeigt noch nicht die gewünschten Wirkungen.
Wenn Dir der Artikel gefallen hat, dann gib ihm hier Deine Stimme.
Die Ferrari-Piloten leiden vor allem unter einer Schwäche des Fahrzeuges: Aufwärmen der Pirelli-Pneus. Die oftmals zu kühlen Werte im Gummi sorgen für ein lästiges Untersteuern. Mit geringem Grip kann man im Qualifying nicht das gesamte Potenzial des Autos ausspielen, im Rennen gerät man vor allem dann in Gefahr, wenn nach einer Safety-Car-Phase der Neustart erfolgt. Immerhin konnte sich Vettel in Monaco in einer solchen Situation gut gegen Angriffe von Lewis Hamilton (Mercedes) wehren und so Platz zwei sichern.
„Es war im Rennen tatsächlich etwas besser. Aber damit ist das Problem nicht aus der Welt“, meint Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene mit Blick auf das Reifentemperatur-Problem an den roten Fahrzeugen. „Wenn man meint, dass nun alles gut sei, denkt man falsch. Wir haben Barcelona noch im Hinterkopf und arbeiten intensiv an Lösungen.“ Wann der entscheidende Schritt in die richtige Richtung gelingt, ist unklar, denn man hat die Ursachen bislang noch nicht ausreichend erforschen können.
Temperaturen müssen schon samstags stimmen
Laut Vettel handelt es sich um eine große Baustelle am SF15-T, die man dringend bearbeiten muss. „Wenn ich die Antwort parat hätte, würde ich sofort losgehen und allen sagen, was zu tun ist. Wir müssen das aber erst noch richtig verstehen lernen“, sagt der viermalige Formel-1-Weltmeister aus Heppenheim. „Es ist die Frage, ob wir das über Veränderungen am Setup in den Griff bekommen können, oder etwas grundlegend am Auto ändern müssen.“
Jetzt gehört er zu den Größen von Monaco: Nico Rosberg gewinnt den Klassiker 2015 zum dritten Mal hintereinander und schafft damit einen lupenreinen Hattrick. Das ist davor nur Graham Hill, Alain Prost und Ayrton Senna gelungen. Pechvogel Lewis Hamilton muss indes weiter auf seinen zweiten Monaco-Sieg nach 2008 warten.
Im Rennen relativieren sich die Sorgen, die bei heißem Wetter kaum auftreten, etwas. „Aber die Rennen werden aber teilweise schon am Samstag vorentschieden“, meint der Deutsche. Klartext: Eine Lösung muss her, damit es im Qualifying bald besser läuft. Der Abstand zu Mercedes war zuletzt enorm. In den Zeitenjagden von Barcelona und Monaco fehlten dem Ferrari-Neuzugang jeweils über sieben Zehntelsekunden auf die Topzeiten der Silberpfeile.
„Dass wir bei kühlen Temperaturen etwas Probleme haben, kann ein- oder zweimal passieren, aber dann muss man sicher sein, es in den Griff zu bekommen. Wenn sich so etwas wiederholt, dann gibt es keine Entschuldigungen mehr“, erhöht Vettel den Druck auf die Ferrari-Techniker. „Dann ist es ein Fehler, der schlecht für uns ist. Dann müssen wir hart daran arbeiten, um Lösungen zu finden.“ Kimi Räikkönen hatte geklagt, dass er selbst die Supersofts in Monaco nicht auf Temperatur bekommen konnte.
Sonntagnachmittag, kurz vor 16:00 Uhr in Monaco: Vor dem gastgebenden Fürst strahlt der Formel-1-Rennsieger Nico Rosberg, daneben freut sich Sebastian Vettel über einen starken zweiten Rang im Ferrari und auf der anderen Seite steht ein niedergeschlagener Lewis Hamilton mit gesenktem Kopf und finsterem Gesichtsausdruck. Der Stachel sitzt tief beim amtierenden Weltmeister. Verlieren ist nicht seine Mission.
Wenn Dir der Artikel gefallen hat, dann gib ihm hier Deine Stimme.
„Es ist eine Frage der Mentalität. Ich will immer der Beste sein“, erklärt Hamilton bei ‚Sky Sports F1‘. „Dazu gehört, dass man das Verlieren zu hassen beginnt. Es wird immer berichtet, dass es so nette und anständige Verlierer mit Stil gibt. Aber was ist denn das? So jemand wird doch niemals ein echter Champion. Das ist meine persönliche Ansicht“, schildert der britische Mercedes-Pilot seine Haltung zu Erfolg und Misserfolg.
Frustration in der Niederlage als Erkennungszeichen der echten Champions? So sieht es jedenfalls der zweimalige Formel-1-Weltmeister. Mit einem „na ja, dann eben beim nächsten Rennen“ lässt sich ein Erfolgbesessener nicht abspeisen. Auch die mehrfachen Weltmeister Sebastian Vettel, Michael Schumacher oder Ayrton Senna zeigten diesen unbedingten Siegeswillen – und schlechte Laune bei negativen Erlebnissen.
„Ich bin noch keine Legende, arbeite aber daran“, lautet die selbstbewusste Ansage von Hamilton, der seinem Idol Senna nacheifert. Dass er denkt und empfindet wie sein unvergessenes Vorbild aus Brasilien, wurde in der Auslaufrunde in Monaco am Sonntag deutlich. Hamilton parkte seinen Wagen vor dem Tunnel, wollte sofort aussteigen und auf direktem Weg in sein Appartement gehen – wie Senna 1988, als er damals seine sichere Führung in die Leitplanken gesetzt hatte.
Dilemma: Teamkollege als Freund und Feind zugleich
Nachdem er den strikt vorgegebenen Ablauf mit Siegerehrung, Podiumsinterview und Pressekonferenz hinter sich gebracht, anschließend die Entschuldigung seines Teams für den folgeschweren Strategiepatzer entgegengenommen hatte, widmete sich Hamilton ganz schnell der Zukunft. „Das Glas ist für mich immer halbvoll“, sagt er und bringt damit seine Haltung auf den Punkt. Ein Formel-1-Weltmeister wie Aschenputtel beim Sortieren von Erfahrungen. Die guten in die Vita, die schlechten schnell in die Tonne.
„Der Teamkollege ist eine Einzelperson im diesem Gesamtkonstrukt von vielen Menschen in einer Mannschaft. Man ist da immer in einem Zwiespalt. Auf der einen Seite will man, dass der Kerl Zweiter wird, damit das Team die maximale Punktausbeute einfährt. Der Konflikt besteht darin, dass man auf der anderen Seite möchte, dass ihm ein Ferrari-Pilot oder sonst irgendwer einige Punkte wegnimmt“, so Hamilton. „Da gibt es einen Konflikt zwischen der Rolle als Teamplayer und dem Wunsch nach dem Gewinn von Titeln.“
„Als ich jünger war, wollte ich nur gewinnen, gewinnen, gewinnen. Jetzt sehe ich die Chance, eine Führungsfigur zu sein und ein Team von über 1.000 Leuten zu führen“, erklärt der Champion seinen „Reifeprozess“ in den vergangenen Jahren. „Das Schlimmste an der Formel 1 ist: Der Teamkollege kann alles sehen, was ich mache – und es dann kopieren. Am Ende ist es aber dennoch so, dass man mit Herz, Talent und Willen den entscheidenden Unterschied ausmachen kann.“