Ein perfektes Rennwochenende hatte Lewis Hamilton beim Großen Preis von Monaco in Monte Carlo angestrebt. Und der Mercedes-Fahrer war im sechsten Rennen der Formel-1-Saison 2015 in der Tat auf allerbestem Weg, dieses Ziel auch zu erreichen. Denn von der Pole-Position aus ging er gleich in Führung und schickte sich an, seinen vierten Saisonerfolg einzufahren. Doch dann kam Runde 65.
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Ein Umlauf zuvor war Max Verstappen (Toro Rosso) mit Romain Grosjean (Lotus) kollidiert, was eine Gelbphase zur Folge hatte. Erst wurde das Rennen mit einer Virtual-Safety-Car-Phase neutralisiert, kurz darauf schickte die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke. Und in diesem Moment unterlief dem Kommandostand des Mercedes-Werksteams ein folgenschwerer Fehler bei Hamiltons Strategie.
Denn die Silberpfeile beorderten den führenden Hamilton in Runde 65 an die Box, wo er sich noch einmal frische Reifen abholte – ganze 13 Runden vor dem Ende des Rennens. Und als der Grand Prix in Runde 71 wieder freigegeben wurde, fand er sich plötzlich an dritter Stelle wieder. Hinter Nico Rosberg (Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari), die beide ohne weiteren Boxenstopp durchgefahren waren.
24 Sekunden hätte Hamilton gebraucht…
Wenige Minuten später fiel die Zielflagge, aber nicht Hamilton gewann den Großen Preis von Monaco, sondern Rosberg – vor Vettel. Für Hamilton blieb nach dem zusätzlichen Reifenwechsel nur der dritte Platz. Und so wundern sich die Experten, was Mercedes mit dieser Taktik wohl im Sinn hatte. Der frühere Formel-1-Fahrer Johnny Herbert etwa sagt: „Ich kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen.“
Will Stevens (Manor-Marussia) und Daniil Kwjat (Red Bull)
Denn Hamilton habe vor seinem Boxenstopp in Runde 65 nicht das erforderliche Zeitpolster gehabt, um an erster Stelle wieder auf die Strecke zurückzukehren. „Für einen Boxenstopp brauchst du hier etwa 24 Sekunden. Der Vorsprung betrug aber nur 19 Sekunden“, erklärt Herbert. „Und wenn ich richtig rechne, bedeutet das, dass du damit nicht vorn bleiben kannst. Genau das ist auch passiert.“
Aber hätte es den Mercedes-Strategen auffallen müssen, dass der Abstand auf Rosberg und Vettel zu gering war? „Wir“, meint TV-Experte Herbert, „sitzen ja nur vor den Fernsehbildschirmen. Aber das Team hat alle Daten und viele Monitore. Wie um alles in der Welt hat ihnen der Computer gesagt, es wird schon passen? Ich weiß es wirklich nicht. Zumal ja nur noch knapp zehn Runden zu fahren waren.“
Zu viel Risiko? Eine Fehlentscheidung?
Ex-Weltmeister Damon Hill kann es ebenfalls kaum fassen. „Damit man so knapp vor dem Ende noch mal die Reifen wechseln kann, braucht es schon einen sehr großen Abstand zwischen dir und deinem Verfolger“, sagt er bei ‚Sky‘ und merkt an: „Es war also sehr riskant, was Lewis und Mercedes da gemacht haben. Sie scheinen sich damit ins Knie geschossen zu haben.“ Das sieht auch Niki Lauda so.
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Für Niki Lauda ist klar, dass sich das Mercedes-Team einfach verzettelt hatDer Aufsichtsratsvorsitzende des Mercedes-Teams war „not amused“ über die Ereignisse in den Schlussrunden. Der Boxenstopp von Hamilton sei „eine absolute Fehlentscheidung“ gewesen, sagt er bei ‚RTL‘. Dergleichen dürfe einfach nicht passieren. „Wir sind ein professionelles Team und haben im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und heute wurde das absolut falsch gemacht.“
Um die Gründe dafür herauszufinden, schickte Lauda umgehend Mercedes-Sportchef Toto Wolff auf Spurensuche. Und Laudas österreichischer Landsmann hatte alsbald eine erste Antwort parat: „Wir haben uns verrechnet. Wir dachten, wir hätten einen Abstand, den es aber so nicht gab.“ Mercedes hatte sich von Virtual- und Safety-Car-Phase verwirren und in einen Strategiefehler treiben lassen.
Die Angst vor Sebastian Vettel im Ferrari
Aus Angst vor Ferrari-Pilot Vettel, der zu diesem Zeitpunkt knapp hinter Rosberg auf Position drei lag. Einem Reifenwechsel Vettels wollte Mercedes mit Hamilton zuvorkommen, erklärt Wolff. „Sebastian hätte auf die weicheren Pneus setzen und damit eine Gefährdung darstellen können.“ Diesen vermeintlichen „Angriff“ von Vettel wollte Mercedes mit dem zusätzlichen Boxenstopp „abwehren“.
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Toto Wolff und Mercedes haben sich von falschen Daten in die Irre führen lassenDie – wie sich später herausstellt – falschen Abstandsdaten hatten den Ausschlag gegeben. Obwohl der gesunde Menschenverstand der möglichen Vettel-Taktik nur geringe Erfolgschancen eingeräumt hat, wie Wolff hinzufügt. „Wenn du als Dritter mit der superweichen Reifenmischung auf die Strecke kommst, wird es in Monaco schwierig, einen Fahrer zu überholen – geschweige denn gleich zwei Piloten.“
„Dennoch“, so betont der Mercedes-Sportchef, „muss man sich auf die Daten verlassen. Unsere große Diskussion war: Wie wiegen wir unsere Daten gegen gesunden Menschenverstand auf? Und Menschenverstand ist gut und schön, gewinnt dir auf Dauer aber keine Rennen“, sagt Wolff. „Ich denke, wahrscheinlich sollte man sich eher auf die Daten als auf das Bauchgefühl verlassen.“
Niki Lauda: „Es wird zu viel diskutiert“
Lauda widerspricht. Für seinen Geschmack wird am Kommandostand ohnehin zu viel analysiert und debattiert. „Da reden sehr viele Ingenieure und Oberstrategen, wie man das Rennen zu fahren hat“, sagt er bei ‚RTL‘. „Es wird vor und zurück diskutiert.“ Und in diesem Fall vielleicht so viel, dass die entscheidenden Fakten untergingen. Nämlich die, dass Hamilton hinter dem Safety-Car Zeit verlor.
„Er lief kurz vor der Boxeneinfahrt auf das Safety-Car auf. Das hat ihn Zeit gekostet“, meint Formel-1-Experte Marc Surer. „In der Zeit sind die Verfolger nähergekommen, die zwar nach Deltazeit fuhren – sie dürfen nicht volles Rohr fahren, bis sie das Safety-Car erreicht haben -, aber immer noch viel schneller als das Safety-Car. Das hat ihm die wichtigen Sekunden genommen, die er gebraucht hätte.“
Und das sind die Sekunden, die in der Mercedes-Rechnung fehlten. Oder wie es Wolff ausdrückt: „Lewis ist auf das Safety-Car aufgelaufen und hat dabei vermutlich Zeit verloren. Das hat wohl auch eine Rolle gespielt.“ Zumal in Monaco nicht – wie sonst – GPS zur Verfügung stehe, um die Position der Piloten auf dem Kurs zu überwachen. „Das macht die Aufgabe noch schwieriger“, meint Wolff.
Hamilton ohne Schuld am Boxenstopp-Dilemma
Hamilton wird von Lauda in jedem Fall aus der Schusslinie genommen: „Er kann nicht wissen, was sich hinter ihm abspielt. Er fährt das Auto.“ Mit dem Funkspruch, wonach seine Reifen Temperatur und Grip eingebüßt hätten, trug Hamilton allerdings auch nicht zur Entspannung der Situation am Mercedes-Kommandostand bei. Schlussendlich wurde so eben eine falsche Entscheidung getroffen.
„Wir treffen Entscheidungen gemeinsam. Es gibt da keinen Schuldigen.“
Toto Wolff
Einen Schuldigen, der die Panne zu verantwortlichen hat, gibt es laut Sportchef Wolff aber nicht. „Es ist eine Teamentscheidung. Wir alle sind dafür verantwortlich“, sagt er am Abend in Monte Carlo. „Wir treffen Entscheidungen gemeinsam. Es gibt da keinen Schuldigen. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen.“ Konsequenzen müsse daher niemand im Team befürchten, sagt Wolff bei ‚Sky‘.
Lauda widerspricht erneut und sagt, in Zukunft müsse eine „einfache“ Regelung gelten. „Es muss da oben (am Kommandostand; Anm. d. Red.) einer sitzen, wenn alle Strategen sich zu Tode reden. Das tun sie sehr oft. Und der muss dann eine logische Entscheidung treffen. Das fehlt mir bei uns. In unserem Fall ist das Paddy Lowe (Technischer Direktor; Anm. d. Red.). Er muss entscheiden.“
Für Hamilton kommt eine solche Maßnahme zu spät. Er hat einen sicher geglaubten Sieg verpasst. „Ich habe mich noch in der Medienzone bei Lewis entschuldigt“, sagt Mercedes-Sportchef Wolff. Er ist mental sehr stark. Dennoch schmerzt es ihn sicherlich, dieses Rennen verloren zu haben. Es war ja nur noch eine Sache von 13 Runden. Lewis hätte es einfach nur noch nach Hause fahren müssen.“
Bisher ärgerte sich Nico Hülkenberg in der Saison 2015 immer darüber, dass sein Force India nicht schnell genug war. Beim Monaco-Grand-Prix am Sonntag fluchte der Emmericher deshalb, weil es ihm zu schnell ging: Nach nur wenigen Hundert Metern war das Rennen gelaufen, als Fernando Alonso ihn in der Mirabeau-Kurve bei einem übereifrigen Überholversuch in die Bande schickte, einen Stopp zum Wechsel des Frontflügels provozierte und es verunmöglichte, besser als Platz elf abzuschneiden.
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Im Gespräch mit ‚Sky Sports F1‘ beklagt Hülkenberg, dass er nach dem Vorfall mit dem McLaren-Star mehr in die Rückspiegel und auf blaue Flaggen achten musste als auf sein Vorankommen: „Mein Rennen war rasch vorbei. Wenn die Führenden überrunden, dreht sich die Abwärtsspirale. Wir hatten gutes Tempo, sind aber nur noch hinterhergehechelt – sonst hätte es für beide Autos Punkte gegeben“, trauert er den ersten Zählern seit dem Saisonauftakt in Melbourne nach.
Die Szene wertet Hülkenberg als normalen Rennunfall und stützt damit die Kritik des Spaniers, der die Strafe als „willkürlich“ bezeichnete. „Fernando verliert beim Anbremsen das Heck, er berührt mich und dieser kleine Tick reicht, um mich in die Mauer zu schicken. Ich konnte nichts mehr machen“, so der Force-India-Pilot, der seinem Kontrahenten keine Vorwürfe macht. „Ich habe ihm Platz gelassen, indem ich spät eingelenkt habe. Er war einen Tick vorne, aber das ist Motorsport.“
Zufriedener war Sergio Perez mit seinem siebten Platz, seinem dritten Punktergebnis im Jahr 2015. „Ich bin sehr glücklich. Es war ein normales Rennen ohne besondere Vorkommnisse, was in Monaco eigenartig ist“, meint der Mexikaner. „Ich bin größtenteils alleine gefahren, weil meine Vorderleute eine Lücke reißen konnten und ich genügend Abstand zu den Autos hinter mir hatte. Es war schwierig, sich 78 Runden zu konzentrieren, aber nach dem Safety-Car hatte ich auf Supersoft meinen Spaß.“ Um noch Kimi Räikkönen im Ferrari zu überholen, reichte es aber nicht.
Positiv fällt auch die Monaco-Bilanz des Vijay Mallya aus, was offenbar nicht nur an den Party des selbsternannten „King of the good times“ und Teamchefs liegt: „Uns gelingt es hier immer wieder zu glänzen. Sergio sollte stolz sein, dass er zum ersten Mal in seiner Karriere Punkte in Monaco gesammelt hat. Es tut mir sehr leid für Nico. Er wäre genauso schnell wie Sergio gewesen und hätte sicher auch Zählbares mitgenommen“, erklärt Mallya.
Bis zur 64. Runde war der Große Preis von Monaco am Sonntag ein unspektakuläres Formel-1-Rennen. Doch dann sorgten Romain Grosjean (Lotus) und Max Verstappen (Toro Rosso) mit einer spektakulären Kollision in Kurve 1 für einen Knalleffekt. Verstappen, der mit frischen superweichen Reifen schnell unterwegs war, fuhr in der Bremszone auf Grosjean auf und schlug hart in die Streckenbegrenzung ein.
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„Es war ein harter Aufschlag, aber ich fühle mich gut“, gab Verstappen nach dem schweren Unfall Entwarnung. Da beide den Crash gut überstanden hatten, konnte man sich der Beantwortung der Schuldfrage zuwenden. Doch hier schieben sich beide Parteien gegenseitig den schwarzen Peter zu.
„Er hat die Linie ein wenig gewechselt, aber es lag am Bremspunkt, den er um zehn bis 15 Meter nach vorne verlagert hat“, sieht Verstappen die Schuld klar bei Grosjean. Der hingegen macht den jungen Niederländer für den Unfall verantwortlich. „Zu meinem Unglück hat er den Bremspunkt verpasst“, sagt er.
„Er war viel schneller, aber auf dieser Strecke ist das Überholen schwierig. Er war zu optimistisch und hätte sich selbst und mich dabei verletzen können.“ Auf die Frage, ob Verstappens fehlende Erfahrung zu dem Unfall beigetragen habe, antwortet Grosjean. „Möglicherweise. Er hat es versucht, aber das war zu hart.“
In die gleiche Kerbe schlägt auch Williams-Pilot Felipe Massa. „Der Unfall von Verstappen war sehr gefährlich, er sollte dafür bestraft werden“, meint er nach dem Rennen – was die Rennleitung allerdings anders sah. „Das zeigt, dass Erfahrung in der Formel 1 doch etwas zählt. Wenn er sich verletzt hätte, würde jeder fragen: ‚Wieso geben sie einem 17-Jährigen, der so etwas macht, eine Lizenz?'“
Grosjean selbst konnte das Rennen zwar fortsetzen, Platz zehn, auf dem er vor dem Unfall gelegen hatte, war aber außer Reichweite. Der Lotus-Pilot beendete das Rennen auf Rang zwölf, worüber er sich ärgerte. „Das hat uns einen Punkt gekostet, und nach einer Strafversetzung von fünf Plätzen in Monaco noch in die Punkte zu fahren, wäre für das Team sehr gut gewesen.“
Ein Tag im Fürstentum von Monaco kann schon aufregend sein, besonders wenn man gerade in einem Formel-1-Boliden sitzt und noch nie ein Rennen in den Häuserschluchten gefahren ist. Max Verstappen erlebte heute bei seinem Debüt alle Höhen und Tiefen, die ein Monaco-Rennen mit sich bringen kann: Der Niederländer zeigte gelungene Überholmanöver, hatte Probleme beim Boxenstopp und verabschiedete sich schließlich mit einem Knall.
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„Das Rennen war an sich ziemlich gut“, meint der Toro-Rosso-Pilot im Anschluss an den Grand Prix und bezieht sich auf alles abseits seines Unfalls. „Wenn der Fehler und das Problem beim Boxenstopp nicht gewesen wären, dann wären wir mit Sicherheit Siebter oder Achter geworden“, so der Youngster, der eigentlich eine gute Pace im Auto gespürt hatte, besonders auf den Supersoft-Reifen.
„Ich war sehr glücklich mit dem Auto. Das Auto hat gut gearbeitet, wir bekamen die Reifen zum Arbeiten, und im ersten Stint haben wir eine großartige Pace gezeigt“, meint Verstappen. Gezeigt hat sich das unter anderem in starken Überholmanövern wie gegen (den zugegeben durch Bremsprobleme gehandicapten) Pastor Maldonado – auch wenn er sich am Venezolaner zunächst ein Teil des Frontflügels abfuhr. „Ich habe erst nach dem Rennen gesehen, dass ich einen Schaden hatte, von daher hat mich das überhaupt nicht beeinflusst“, sagt er aber dazu.
Verstappens Überrundungstrick
Danach lag der Toro-Rosso-Pilot super im Feld, doch das nächste Hindernis ist in Monaco nie weit entfernt. Ein Problem beim Boxenstopp ließ ihn viele Sekunden verlieren, die man im engen Fürstentum nur schwerlich wieder aufholen kann. Seine Standzeit von 52,8 Sekunden war rund eine halbe Minute langsamer als der schnellste Stopp, doch Verstappen nimmt es locker: „Solche Dinge passieren. Danach musste ich eben ein paar Leute mehr überholen.“
Nach einem weiteren Stopp fuhr er schließlich wieder auf frischen Supersofts heraus. „Und von da an sind wir geflogen“, meint er. Er konnte sogar auf Sebastian Vettel und Nico Rosberg vor ihm aufschließen, entschied sich aber, knapp hinter ihnen zu bleiben. Denn auch sie schlossen auf die überrundeten Fahrzeuge vor ihnen auf – Verstappens direkte Konkurrenz – und der Niederländer wollte so im Glücksfall mit durchschlüpfen. „Damit hatte ich auch die Chance, sie einfacher zu überholen.“
Gegen Teamkollege Carlos Sainz hatte das tadellos funktioniert, doch Romain Grosjean war extra von seinem Team gewarnt worden und schmiss nach Vettel die Tür zu. Den Franzosen sollte er wenig später noch überholen – allerdings unfreiwillig und nur auf wenigen Metern. Denn als er dem Lotus ins Heck fuhr, war das Rennen endgültig vorbei: „Es war ein harter Aufschlag, aber ich fühle mich gut“, gibt er Entwarnung.
Sainz: Platz zehn wie ein Sieg!
Des einen Leid, des anderen Freud: Durch den Unfall konnte zumindest Teamkollege Carlos Sainz profitieren, der mit Rang zehn zumindest einen Punkt aus dem Fürstentum entführen konnte: „Was ein fantastisches Rennen! Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis“, jubelt der Spanier im Anschluss. „In Monaco bei meinem Debüt aus der Boxengasse zu starten und die Ziellinie auf Rang zehn zu überqueren, fühlt sich wie ein Sieg an!“
Foto: Toro Rosso, Großer Preis von Monaco
Sainz waren nach dem Qualifying alle Zeiten gestrichen worden, doch im Rennen machte er das Beste aus der Situation: „Wir haben hart dafür gearbeitet und haben einen superlangen Stint auf den Soft-Reifen geschafft.“ Bereits in Runde 12 holte er sich die gelbumrandeten Schlappen und musste damit 66 Runden abspulen. „Doch ich war schnell und habe die einzigartige Strecke genossen. Ich wollte nicht, dass das Rennen aufhört!“
Dass Audi im letzten Jahr 578.932 Autos in China (einschließlich Hongkong) ausgeliefert hat, hätte noch vor wenigen Jahren jeder der so genannten Experten und Analysten für unrealistisch gehalten. Audi ist in China zweifellos der mit Abstand erfolgreichste Premium-Automobilhersteller. Und wenn die Zeichen der Zeit nicht täuschen, wird auch dieses Ergebnis in 2015 noch einmal übertroffen. Wenn nun Audi-Chef Rupert Stadler auf der CES China die „zweite Heimat“ von Audi nennt, ist das eher unter- als übertrieben. Denn Audi verkauft dort mehr Autos als im Heimatland Deutschland.
Technik-Studie: Audi stellt auf der CES Asia den R8 e-tron piloted driving vor
Fragt man junge Chinesen nach ihrem Traumauto, so hört man vor allem „Audi“ als Antwort.Audi gilt in bei jungen Chinesen als „cool“, technologisch führend, designorientiert und qualitativ hervorragend. Allerdings darf dabei nicht außer acht gelassen werden, dass der Löwenanteil der verkauften Audis in China produziert wird. Audi ist in China mit einem Joint-Venture und einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft vertreten. Mit den Joint-Venture-Partnern Volkswagen und dem chinesischen Unternehmen First Automotive Works (FAW) produziert Audi in Changchun die Modelle Audi A4 L, Audi A6 L, Audi Q3 und Audi Q5. Audi A6 L und Audi A4 L hat das Unternehmen als Modelle mit verlängertem Radstand speziell für China entwickelt. Im Südchinesischen Foshan fahren seit 2014 der Audi A3 Sportback und die Audi A3 Limousine vom Band. Die in Changchun und Foshan produzierten Modellreihen erreichten 2014 495.900 Auslieferungen. Importiert wurden aus deutscher Audi-Produktion in 2014 rund 80.000 Fahrzeuge.
Auf der Consumer Electronic Show Asia in Shanghai (eine Parallelveranstaltung der gleichnamigen Traditionsmesse in Las Vegas) will Audi nicht nur zeigen, wie erfolgreich die Ingolstädter in Asien unterwegs sind, sondern sich auch als innovativer Taktgeber der Automotive-Branche präsentieren. Im Mittelpunkt des Auftritts steht die Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt. Schwerpunktthemen sind unter anderem das pilotierte Fahren, die neuen Lösungen von Audi connect, neue Infotainment-Bausteine, Bedien- und Anzeigekonzepte sowie innovative Entwicklungen in der Lichttechnologie. Ein Highlight auf dem Messestand ist das Showcar Audi R8 e-tron piloted driving mit rein elektrischem Hochleistungsantrieb.
„Die zunehmende Vernetzung prägt unsere Welt “, sagte Prof. Dr. Ulrich Hackenberg, Vorstand für Technische Entwicklung: „Im Auto sorgt sie dafür, dass Fahrer und Passagiere noch mehr Informationen, Sicherheit und Komfort erleben. Connectivity ist ein entscheidendes Innovationsfeld unserer Entwicklungsarbeit. Schon seit Jahren kommt Audi immer wieder als Erster mit neuen Elektronik-Technologien in den Markt.“
Rupert Stadler sieht im künftigen Automobil eine Art smartphone auf Rädern: „Unsere smartphones sind heute ganz anders als unsere Handys einmal waren. Wir neigen sogar dazu, zu vergessen, dass wir damit einfach auch nur telefonieren können.“ Die neue Generation erwarte technische Geräte, die Allroundfähigkeiten haben. Auch beim Auto werde dies erwartet.
„Wir erleben eine digitale Revolution mit tiefergehenden Auswirkungen als bei der industriellen Revolution vor 150 Jahren.“ Niemand wolle heute noch eine Straßenkarte auf Papier oder brauche ein dickes Lexikon, und niemand müsse mehr nach einer Telefonzelle suchen. „Warum auch“, fragt der Audi-Chef rhetorisch, wenn wir all das in einem einzigen Gerät finden.“ Audi-Vertriebschef Luca de Meo gab sich in Shanghai ähnlich visionär: „In 2020 werden 50 Prozent der Wertschöpfung auf Apps, Software, Elektronik und digitalen Services stammen.“ Dies werde die Autoindustrie revolutionär verändern.
War das Überholmanöver von Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo gegen Kimi Räikkönen in Runde 71 des Formel-1-Grand-Prix von Monaco 2015 fair? Davon geht zumindest die Rennleitung aus. Ricciardo hatte sich eingangs der Mirabeau innen neben den Ferrari gesetzt und den „Iceman“ eiskalt stehen lassen. Dabei kam es zur Berührung. Während Fernando Alonso für seinen missglückten Mirabeau-Überholversuch gegen Nico Hülkenberg bestraft wurde, der dem Deutschen das Rennen ruinierte, blieb die Aktion Ricciardos ungeahndet.
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Kimi Räikkönen, am Ende des Rennens Sechster, echauffierte sich über das Vorgehen seines Konkurrenten bereits via Funk. Nach dem Rennen bezieht er Stellung. „Es ist nicht sehr klar, was man tun darf und was nicht, denn einer kann eine Strafe für etwas kriegen und der andere nicht“, wünscht er sich mehr Transparenz bei Schiedssprüchen: „Normaler Weise gibt es eine Strafe dafür, aber dieses Mal nicht.“ Dennoch nimmt er die Entscheidung der Stewards zur Kenntnis.
Unfallgegner Ricciardo sieht die Sache dagegen ganz anders. „Es gab eine leichte Berührung, aber wir sind beide auf der Strecke geblieben“, so der 25-Jährige: „Die Rennkommissare und alle anderen wissen, dass so was in Monaco passieren kann. Es ist sehr schwierig, hier einen sauberen Überholversuch ohne Berührung zu haben. Ich danke den Stewards dafür, dass sie das nicht weiter untersuchen und ich denke, dass die Fans und Zuschauer da zustimmen würden.“ Stattdessen appelliert Ricciardo an Räikkönens Erfahrung: „Kimi fährt schon lange genug Rennen und wird das verstehen, auch wenn er jetzt frustriert ist.“
Red-Bull-Teamchef Christian Horner pflichtet seinem Fahrer bei. „Es war ein mutiger Versuch, sich da oben auf dem Hügel innen hineinzustechen“, lobt Horner: „Zum Glück gingen die Stewards davon aus, dass es fair war.“ Am Ende wäre für Ricciardo Rang vier möglich gewesen, doch diesen ebenfalls gewonnenen Platz „schenkte“ er seinem Stallgefährten Daniil Kwjat, der auf frischen Reifen noch erfolglos versuchte, die Podiumsränge anzugreifen .