Lange sah es danach aus, als würde Simona de Silvestro an einem Formel-1-Cockpit schnuppern und hätte eine Chance, die erste Frau in der Weltmeisterschaft nach 39 Jahren zu werden. Doch die Sponsorengelder flossen nicht mehr, ihr Sauber-Deal platzte nach medienwirksamen Testfahrten und die „Swiss Miss“ landete wieder im US-amerikanischen IndyCar-Geschäft. Doch de Silvestro zeigt sich bei ‚Reuters‘ kämpferisch: „Der Traum ist noch am Leben, obwohl ich nicht weiß, ob er wahr wird.“
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Ihre Zeit als Perspektivfahrerin des Rennstalls aus Hinwil will die 26-Jährige nicht missen. „Meine Erlebnisse in der Formel 1 waren großartig“, sagt sie über Ausfahrten mit einem älteren Sauber-Boliden in Fiorano und Valencia, von denen bis heute nicht klar ist, inwiefern sie von ihren Geldgebern aus der Atombranche bezahlt wurden. Immerhin ist de Silvestro stolz auf den Eintrag in ihrer Vita: „Es ist etwas Besonderes, eines dieser Autos zu fahren und ein Glück, dass ich eines pilotiert habe.“
Die Thunerin akzeptiert ihre Schlappe bei Sauber, auch wenn sie nicht auf deren genau Umstände eingehen will: „So ist der Motorsport heute“, seufzt de Silvestro, die von vielen Beobachtern für die derzeit talentierteste Frau in den weltweiten Topserien gehalten wird. „Es kommt auf das Geld an, es braucht viele Sponsoren und es hat sich nicht so entwickelt, wie ich mir das vorgestellt hätte“, blickt sie zurück.
Am Sonntag kehrt sie einmal mehr ins IndyCar-Cockpit zurück und bestreitet das 500-Meilen-Rennen von Indianapolis !. „Ich habe auch auf den Ovalen noch offene Rechnungen zu begleichen“, zeigt sich de Silvestro ehrgeizig und baut auch zukünftig nicht darauf, dass ihr ihr Geschlecht den Weg ebnet: „Dass Frauen in diesem Sport etwas Besonderes wären – so habe ich das nie gesehen. Wenn man eine gute Fahrerin oder eine gute Mechanikerin ist, dann sollte es keine Ausnahme sein, sondern es sollte um die fähigsten Leute gehen.“
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Changsha, 24.05.2015
• Jahreskapazität von 300.000 Fahrzeugen der Marken Volkswagen und ŠKODA
• Höchstes staatliches Zertifikat für CO2-neutrale Fertigung durch Solarstrom
und Wasserkraft
Der Volkswagen Konzern baut seine Produktionskapazitäten in China weiter aus. Dafür steht das neue Fahrzeugwerk von Shanghai-Volkswagen (SVW), das Prof. Dr. Jochem Heizmann, Mitglied des Vorstands der Volkswagen Aktiengesellschaft sowie Präsident und CEO der Volkswagen Group China, am Pfingstsonntag im südchinesischen Changsha eröffnet hat. Das Werk ist der weltweit 119. Konzernstandort und der Zwanzigste in China.
„China ist für den Volkswagen Konzern der größte und wichtigste Markt. China ist aber auch zum zweiten Heimatmarkt des Konzerns geworden. Als lokal verwurzeltes Unternehmen wollen wir das gesamte Land erschließen“, betonte Prof. Dr. Jochem Heizmann. „Daher ist das Werk in Changsha ein bedeutender Schritt unserer ‚Go South‘-Strategie in China. Wir werden mit diesem neuen Standort näher an unseren chinesischen Kunden sein und zusätzlich die Qualität unserer Zuliefererkette verbessern.“
Das neue Werk in Changsha liegt rund 900 Kilometer westlich von Shanghai. Dort beginnt nun nach nur zwei Jahren Bauzeit zunächst die Produktion des Volkswagen New Lavida. Weitere Modelle der Marken Volkswagen und ŠKODA werden folgen. Die Gesamtkapazität des Standortes liegt bei 300.000 Fahrzeugen pro Jahr. Im Werk entstehen mehr als 4.000 neue Arbeitsplätze; weitere 4.000 im angrenzenden Zuliefererpark.
Als erste Produktionsstätte des Joint Ventures Shanghai-Volkswagen wird das Werk in Changsha wird mit dem „Triple-Star Green Building Design Award“ prämiert, der höchsten staatlichen Auszeichnung für umweltschonende Fabrikplanung. Der Wasser- und Energieverbrauch wird dank eines trockenen Lackiersystems, dem so genannten E-Scrub-Verfahren, um mehr als 20 Prozent reduziert. Mittels eines elektrostatischen Abscheidesystems werden hier überschüssige Lackpartikel umweltfreundlich gefiltert. Zudem sinkt der Frischwasserverbrauch in der Produktion durch die Nutzung von Regenwasser und wiederaufbereitetem Wasser um 20 Prozent gegenüber herkömmlichen Verfahren. Eigene Solaranlagen produzieren über 10.000 MWh umweltfreundliche Energie. Weiterer Strom wird mithilfe lokaler Wasserkraft erzeugt. Das Fahrzeugwerk in Changsha wird damit CO2-neutral produzieren.
Volkswagen ist seit 30 Jahren auf dem chinesischen Markt zuhause und gehört zu den westlichen Autopionieren des Landes. Zusammen mit seinen beiden Joint Ventures FAW-Volkswagen und Shanghai-Volkswagen lieferte der Konzern in China 2014 insgesamt rund 3,7 Millionen Fahrzeuge aus, was einem Zuwachs von 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bis 2019 wird der Volkswagen Konzern gemeinsam mit seinen Partnern mehr als 22 Milliarden Euro in China investieren.
Nach der schlechtesten Formel-1-Saison seit mehr als 20 Jahren zeigt die Formkurve von Ferrari in diesem Jahr deutlich nach oben. Gleich im zweiten Rennen gelang Sebastian Vettel der erste Sieg für die Scuderia, die Rolle des ersten Mercedes-Verfolgers hat der Deutsche derzeit abonniert. Vettel und der neue Teamchef Maurizio Arrivabene sind in den Augen vieler die Architekten des Ferrari-Aufschwungs.
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Von wegen, meint der ehemalige Formel-1-Teamchef Flavio Briatore. Für die aktuellen Leistungen seien hauptsächlich der ehemalige Ferrari-Präsident und sein damaliger Teamchef verantwortlich. „Das ist immer noch das Ferrari von Montezemolo und Domenicali“, sagt Briatore bei ‚Sky Italia‘. „Was das neue Management bewirken kann, sehen wir erst im nächsten Jahr“, sieht Briatore 2016 als Bewährungsprobe für das neue Personal.
Gemessen an den Ergebnissen des Qualifyings zum Grand Prix von Monaco könne zudem von einem wirklichen Aufschwung bei Ferrari keine Rede sein. „Vergangenes Jahr war Alonso mit sieben Zehntel Rückstand Fünfter. In diesem Jahr hat Vettel auch sieben Zehntel Rückstand“, sagt Briatore mit Blick auf die Ergebnislisten.
Foto: Ferrari, Großer Preis von Monaco
„Der einzige Unterschied besteht darin, dass es keine anderen Rivalen gibt, während Mercedes weiterhin dominiert“, so der Italiener. Und aufgrund dieser Dominanz der Silberpfeile rechnet der Italiener mit einem wenig spannenden Rennen . „Wir können nur hoffen, dass sich die beiden (Mercedes-; Anm. d. Red.) Fahrer bekämpfen, ansonsten wird es langweilig.“
Ambitionen auf eine Rückkehr in die Formel 1, die dem früheren Benetton- und Renault-Teamchef immer wieder nachgesagt werden, weist Briatore strikt von sich. „Ich habe ein kleines Kind und widme meine Zeit nun meiner Familie“, so der Italiener.
Dass das Fahrerfeld immer farbloser werden und es der Formel 1 an Aushängeschildern fehlen würde, ist eine Kritik, die seit den Neunzigerjahren immer wieder laut wird. Das Zeitalter der PR-Papageien hat Bernie Ecclestone offenbar satt – auch, weil es seinem Geschäft schadet. Der Zampano findet im Gespräch mit ‚Formula1.com‘ deutliche Worte, wenn er die Extravaganz Hamiltons lobt: „Ich halte Lewis für den besten Champion, den wir seit langer Zeit hatten“, sagt Ecclestone.
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Im Umkehrschluss ist das eine Ohrfeige für Vorgänger Vettel: „Sebastian macht auch nicht so viel für die Formel 1. Die Leute erkennen ihn kaum auf der Straße“, beklagt Ecclestone. Was sich der 84-Jährige genau darunter vorstellt, die Werbetrommel für die Königsklasse zu rühren, bleibt er schuldig. Offenbar denkt er jedoch an das Showgeschäft und die Verquickung des Motorsport mit der Entertainmentbranche, wenn er Hamilton für seine Auftritte auf gesellschaftlichem Parkett lobpreist.
Ecclestone schwärmt: „Er bekommt alle Facetten des Lebens hin: roter Teppich, Modebusiness und Musik.“ Anders Teamkollege Rosberg, der sich lieber um die Eisdiele seiner Ehefrau kümmert und mit dem Elektro-Smart statt mit der Luxuskarosse durch Monaco düst. Halbnackt-Fotos in den sozialen Medien und endlose Beziehungsdramen mit Popsternchen sind beim Wiesbadener ohnehin Fehlanzeige. „Nico sucht nicht das Scheinwerferlicht. Lewis will eine Berühmtheit sein“, vergleicht Ecclestone.
Foto: Großer Preis von Monaco
Trotzdem nimmt er die angesprochenen Rosberg und Vettel in Schutz. „Ich könnte nicht sein wie Lewis. Ich mag keinen Goldschmuck“, so Ecclestone schmunzelnd. „Ich würde auch lieber Rennen fahren als mich auf roten Teppichen in Hollywood zu brüsten. Lewis engagiert sich bei Dingen, die mir fremd sind.“ Nichtsdestotrotz sei er in Sachen Formel 1 ein, weil der exzentrische Brite ein erstklassiger Botschafter des Sports sei. „Rein geschäftlich gesehen ist Nico nicht so gut für mein Geschäft.“
Ecclestone verknüpft die Kritik mit einer Watsche für die deutsche Motorsport-Gemeinde, die er nicht hinter Rosberg stehen sieht: „Leider hat er nicht die deutschen Fans auf seiner Seite. Wie die Absage des Deutschland-Grand-Prix zeigt, ist es ein fürchterlicher Markt für die Formel 1. Im Unterschied dazu ist Lewis ein Held in Großbritannien.“ Nicht nur die Aktiven, auch die Teamchefs sollten prominenter sein, ginge es nach Ecclestone: „Nehmt Toto Wolff sein Mercedes-Hemd weg und schickt ihn auf die Straße. Den erkennt doch keiner“, lästert er über die Nicht-Prominenz des medienaffinen Motorsportchefs.
Was macht ein Formel-1-Pilot eigentlich am Abend vor einem Qualifying? Nico Rosberg schaute am vergangenen Freitag jedenfalls gemeinsam mit Frau Vivian die Tanzshow ‚Let’s Dance‘. Die Sendung legt die Vermutung nahe, dass hier die Frau im Hause Rosberg über das TV-Programm entscheiden dürfte. „Zuhause ist es ideal, um abzuschalten“, erklärt Rosberg selbst, dem wohl gar nicht so wichtig ist, was genau an einem Freitagabend im TV läuft.
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„Wir gucken deutsches Fernsehen, gestern haben wir ‚Let’s Dance‘ geguckt. So nebenbei halt, natürlich nicht mega fokussiert“, verrät der Vizeweltmeister und ergänzt: „Es war witzig, Matthias Steiner (ehemaliger Olympiasieger im Gewichtheben; Anm d. Red.) zu sehen, der ist ein ganz neuer Mensch geworden, ich habe ihn gar nicht erkannt.“
In einem früheren Interview hat Rosberg einmal verraten, dass seine Mutter die Rennen nie anschaut, sondern lieber bügelt oder staubsaugt, da sie es nicht erträgt, ihren Sohn beim Fahren zu sehen. In Monaco könnte das allerdings schwierig werden, denn dort fährt er quasi direkt vor ihrer Haustüre. Auf die Frage, was sie am Sonntag machen wird, erklärt Rosberg mit einem Lächeln: „Auch staubsaugen – oder wandern gehen.“
Die Formel-1-Piloten werden flügge, wenn es um das große Geld geht: Nachdem Sebastian Vettel – Zeit seines Lebens ohne Manager im klassischen Sinn in der Motorsport-Welt unterwegs – seinen ersten Ferrari-Vertrag persönlich mit Sergio Marchionne aushandelte, hat auch Lewis Hamilton das Heft selbst in die Hand genommen. Sein neuer Mercedes-Deal ist dank gemunkelter 88 Millionen Euro in drei Jahren ebenfalls kein Grund, kürzer zu treten. Hat der Erfolg der autarken Fahrer etwa System?
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Toto Wolff, der dem Champion in Funktion des Mercedes-Motorsportchefs als Verhandlungspartner gegenübersaß, kann sich das vorstellen. „Es ist für uns viel schwieriger, mit dem Piloten direkt zu verhandeln“, erklärt er im Gespräch mit ‚Sky‘ und weist auf die Besonderheit hin, dass es im Falle Hamilton um die Verlängerung eines bestehenden Engagements ging. „Den Manager kann man schnell mal wohin schicken, aber den Fahrer will man immer in guter Position wissen. Ihn will man nicht vergraulen.“
Schließlich soll er am darauffolgenden Wochenende seine Leistung bringen und den Erfolg des Teams sichern. Gibt es dicke Luft, leiden wahrscheinlich auch die Vorstellung auf der Strecke. „Es war ein gewisser Eiertanz, aber am Ende hat es hingehauen“, pustet Wolff bezüglich der Causa Hamilton durch. Es schwingt etwas Stolz in seiner Stimme mit, wenn er den Briten für sein Können beim Vertragspoker lobt. „Er ist auch in den Verhandlungen knallhart und ein richtig aufgeweckter Junge. Er hat sich die Provision für den Manager erspart. Darauf ist er besonders stolz“, bemerkt Wolff schmunzelnd.