Lewis Hamilton kontert Hill-Kritik: „Ich bin einfach ich selbst“

Lewis Hamilton kontert Hill-Kritik: „Ich bin einfach ich selbst“

In Barcelona konnte Nico Rosberg seinen Teamkollegen Lewis Hamilton zum ersten Mal in der Formel-1-Saison 2015 schlagen. Ex-Champion Damon Hill glaubt, dass das damit zusammenhängt, dass der Weltmeister vor dem Rennen in Spanien unter anderem einen Abstecher nach Amerika machte, um sich einen Boxkampf anzusehen. „Mir kommt es so vor, als sei Lewis in Spanien für einen kurzen Moment nicht bei der Sache gewesen“, so Hill.

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Hamilton selbst will von solchen Vorwürfen nichts wissen. „Es lag nicht daran, dass ich reiste oder irgendetwas in dieser Richtung. Nico war an diesem Wochenende einfach schnell“, begründet der Brite den Sieg seines Teamkollegen gegenüber ‚Reuters‘. Rosberg hatte die Zielflagge erstmals seit Brasilien im November 2014 wieder vor Hamilton gesehen, der vor Barcelona neun der vergangenen elf Rennen gewinnen konnte.

„Ich fühle mich robust, ich fühle mich frisch und ich weiß, dass es wichtig ist, hier in dieser Zeitzone zu sein“, erklärt Hamilton am Rande des Monaco-Wochenendes und ergänzt: „Die Leute haben Meinungen zu so vielen verschiedenen Themen. Ich bin einfach ich selbst. Mögt es, liebt es oder lasst es.“

Alain Prost: „Die Formel 1 hat sich selbst ins Knie geschossen“

Alain Prost: „Die Formel 1 hat sich selbst ins Knie geschossen“

Wenn selbst ein viermaliger Weltmeister von der Formel 1 gelangweilt ist, sollten bei den Verantwortlichen die Alarmglocken klingeln. Alain Prost stellt der Serie, in der er vier Mal den Titel gewonnen hat, aktuell ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. „Manchmal schaue ich mir die Rennen wie ein normaler Fan im TV an und bin gelangweilt“, erklärt der Franzose im Interview mit ‚F1i.com‘.

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Die Formel 1 stecke in einer Imagekrise, so der Befund des viermaligen Weltmeisters. Das wurde Prost beim Auftakt der Saison bewusst, den er aus der Distanz verfolgte. „Während des Australien-Grand-Prix waren wir mit der Formel E in Miami und haben das Geschehen nur über das Internet und die sozialen Medien verfolgt. Das war verrückt, alle Reaktionen waren negativ!“, berichtet Prost. „Nur 15 Autos in der Startaufstellung, Manor fuhr nicht, Sauber stand vor Gericht und Honda hatte riesige Probleme. Die Formel 1 hat sich selbst ins Knie geschossen.“

Dass sich in der Serie etwas ändern muss, haben die Verantwortlichen mittlerweile erkannt. Bei einem Treffen der Strategiegruppe wurden in der vergangenen Woche einige Vorschläge diskutiert. Tenor: Die Autos müssen schneller und schwieriger beherrschbar waren. Doch die bisher diskutierten Maßnahmen können Prost nicht überzeugen.

Reifen als Schlüssel zu schnelleren Zeiten

„Ein Reifenkrieg würde das Leistungsniveau anheben, aber zu welchem Preis? Ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist“, lehnt der Franzose den Einstieg eines zweiten Herstellers ab – was allerdings mit der aktuellen Reifenausschreibung der FIA ohnehin vom Tisch ist. Dennoch seien die Reifen ein Schlüssel zu schnelleren Zeiten.

Foto: Großer Preis von Monaco



„80 Prozent der Performance hängen von den Reifen ab. Macht also größere Reifen, die effizienter sind und aggressiver aussehen, aber nicht so anspruchsvoll sind“, schlägt Prost vor. Beschneiden sollte man seiner Ansicht nach die Aerodynamik, deren Entwicklung Unmengen Geld koste und welche die Kluft zwischen den großen und kleinen Teams nur vergrößere.

„Ein flacher Unterboden ohne Diffusor, der für alle Autos vorgeschrieben ist, würde das Feld angleichen“, meint Prost. „Für die kleinen Teams wären weniger komplexe Auto, die mehr mechanischen anstatt des vom Abtrieb erzeugten künstlichen Grip haben, besser.“

Porst: Diktatur besser für die Formel 1

Auch vom Vorschlag, das Nachtanken während des Rennens wieder zu erlauben, hält Prost „ehrlich gesagt nicht viel. Ich frage mich, was das bringen soll?“, so der Franzose. „Ich glaube, es gibt wichtigeres, wie ein Verbot der Funksprüche, durch die die Fahrer wie Marionetten aussehen, die von den Ingenieuren kontrolliert werden.“

Insgesamt sei die Serie zu sehr von der Technik dominiert, und bei der Ausarbeitung der Regeln würden zu viele Leute mitreden. „Die besten Entscheidungen wurden getroffen, als die Formel 1 wie eine Diktatur war. Balestre und dann Mosley (ehemalige FIA-Präsidenten; Anm. d. Red.) haben sich um die Sicherheit gekümmert und Bernie (Ecclestone; Anm. d. Red.) ums Geschäft.“

Bestätigt: Pirelli nimmt an Ausschreibung für 2017 bis 2019 teil

Bestätigt: Pirelli nimmt an Ausschreibung für 2017 bis 2019 teil

Eigentlich war es nur eine Formsache, nun hat Pirelli es auch offiziell bestätigt. Der aktuelle Reifenausrüster der Formel 1 will der Königsklasse auch über 2016 hinaus erhalten bleiben. „Wir wollen bleiben, wenn es Regeln gibt, denen wir zustimmen können“, wird Geschäftsführer Marco Tronchetti Provera von ‚Autosport‘ zitiert. Zuletzt hatte auch Michelin angekündigt, sich unter den richtigen Voraussetzungen für den ausgeschriebenen Zeitraum zwischen 2017 und 2019 bewerben zu wollen.

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Im Mittelpunkt stehen für Pirelli vor allem zwei Themen: Kosten und Sicherheit. „Wir wollen Regeln, die denen ähnlich sind, die wir heute haben“, sagt Provera und ergänzt: „Wir wollen dabei helfen, mehr Emotionen zu erschaffen, allerdings nur mit dem höchsten Maße an Sicherheit.“ Daher spricht sich der Italiener dafür aus, in Zukunft wieder mehr Tests durchzuführen.

„Ich denke, dass das besser für uns alle und auch die Teams wäre. Wenn wir bis zum Februar warten, dann ist es zu spät und die Temperaturen sind nicht richtig“, so Provera, der im Winter Tests in Orten wie Bahrain oder Abu Dhabi vorschlägt. Offen zeigt sich Pirelli bei der Diskussion um größere Felgen. „Wir haben 18 Zoll bereits gezeigt, aber wir wären auch für 20 Zoll bereit. Das ist uns egal.“

„Die Technologie der Reifen basiert auf dem Material und der Konstruktion“, sagt Provera und ergänzt: „Die Konstruktion kann 13, 15 oder 18 Zoll haben. Das spielt keine Rolle.“ Keine Kompromisse will man währenddessen bei einer möglichen freien Reifenwahl für die Teams eingehen. „Das darf auf keinen Fall passieren“, warnt Provera und erklärt: „Wir müssen die Sicherheit unseres Produkts garantieren.“

Video: Pirelli präsentiert die Formel-1-Saison 2015

„Die Verantwortung der Auswahl muss in unseren Händen liegen. Wir wollen nicht, dass unsere Reifen falsch verwendet werden.“ Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery hatte kürzlich noch gesagt, dass man „gemeinsam mit der FIA an einer Lösung“ arbeitet. Dazu wird er vermutlich aber ebenso wenig kommen wie zu einem neuerlichen Reifenkrieg, denn die Ausschreibung verweist explizit auf einen Einheitslieferanten.

„Ich denke, dass das besser für uns alle und auch die Teams wäre.“

Provera über zusätzliche Tests

Provera wäre das allerdings egal: „In Sachen Wettbewerb bin ich neutral. Wir wären aber bereit, das zu akzeptieren. Wir sind auch bereit, alleiniger Ausrüster zu sein. Diese Entscheidung überlassen wir der FIA.“ Er erklärt: „Am einfachsten wäre es, Reifen zu bauen, die zehn Rennen halten. Aus technologischer Sicht ist das die einfachste Lösung. Das was wir momentan machen, das ist schwierig.“

„Wir stellen verschieden Reifen zur Verfügung, die sicher zwischen 15 und 30 Runden halten. Das ist eine große Herausforderung“, so der Italiener. Seit 2011 ist Pirelli alleiniger Reifenausrüster der Formel 1. Der aktuelle Vertrag endet 2016. Noch bis zum 17. Juni können sich Hersteller als Lieferant der Königsklasse für die Jahre zwischen 2017 und 2019 bewerben.

Stillstand bei Monza-Verhandlungen: Ohne Geld keine Einigung

Stillstand bei Monza-Verhandlungen: Ohne Geld keine Einigung

2015 und 2016 wird die Formel 1 auf jeden Fall noch in Monza fahren. Doch was passiert danach mit der Traditionsstrecke? Aktuell ist man noch immer auf der Suche nach dem nötigen Kleingeld, um die von Bernie Ecclestone geforderten Gebühren aufbringen zu können. Doch weil das bisher noch nicht gelungen ist und der Formel-1-Boss auch nicht von seinen Forderungen abrücken möchte, sind die Verhandlungen für den Moment zum Stillstand gekommen.

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„Wenn wir das Geld auftreiben können, dann ist die Zeit kein Problem. Aber es wäre besser, eine Lösung zu finden“, erklärt Angelo Sticchi Damiani, Präsident des italienischen Automobilclubs, gegenüber ‚Motorsport.com‘. Auch der ehemalige Formel-1-Pilot Ivan Capelli versucht gemeinsam mit dem Automobilclub von Mailand aktuell, das Rennen in Monza über 2016 hinaus zu sichern.

„Wir arbeiten jeden Tag sehr hart, um eine Möglichkeit zu finden, Bernie das richtigen Angebot zu machen“, verrät Capelli. Da angeblich aktuell noch rund zehn Millionen Euro fehlen, hofft man nun auch auf die Hilfe der italienischen Regierung. Zwar erhielt Monza zuletzt rund 20 Millionen Euro von der lombardischen Regierung, doch dieses Geld darf lediglich zur Modernisierung der Strecke genutzt werden.

„Wenn wir das Geld auftreiben können, dann ist die Zeit kein Problem.“

Angelo Sticchi Damiani

„Dieses Geld werden wir nicht verwenden, um den Vertrag mit Bernie zu bestätigen. Davon werden wir die Strecke neu gestalten, das Gebiet drumherum und den Golf-Club“, erklärt Capelli. Doch wie geht es mit dem Großen Preis von Italien weiter, wenn Monza das Geld tatsächlich nicht aufbringen kann? Ecclestone scheint im Zweifelsfall auf das Rennen verzichten zu wollen, da mit Ländern wie Aserbaidschan bereits neue Kandidaten für einen Grand Prix in der Warteschleife stehen.

„Wenn wir gute Arbeit machen, dann werden wir den Grand Prix in Monza haben“, ist Capelli überzeugt und ergänzt: „Die anderen Optionen kommen nur dann ins Spiel, wenn wir schlecht arbeiten. Aber ich denke, dass es möglich ist, dass wir dort eine Zukunft haben.“ Mit „anderen Optionen“ sind Strecken wie Mugello gemeint, die den Grand Prix bei einer Monza-Absage übernehmen könnten – das nötige Kleingeld vorausgesetzt.

Vettel trotzt der FIA: In Monaco mit Spezialhelm unterwegs

Vettel trotzt der FIA: In Monaco mit Spezialhelm unterwegs

Kein Grand Prix war in der Vergangenheit für die Formel-1-Piloten eine so beliebte Gelegenheit, um besondere Helmdesigns auszupacken, wie Monaco. Kimi Räikkönen fuhr im James-Hunt-Look, Jean-Eric Vergne erinnerte an Francois Cevert, McLaren packte echte Brillanten in den Kopfschutz und Valtteri Bottas lackierte sich das rot-weiße Rautenmuster des Fürstentums auf die Haube. Bei der 2015er Ausgabe des Traditions-Grand-Prix müssen sich die Stars zügeln: Außer sie finden ein Schlupfloch.

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Das ist Sebastian Vettel offenbar gelungen. Obwohl seit Saisonbeginn das irreführenderweise so bezeichnete „Helmdesign-Verbot“ gilt, um die Piloten als Zuschauer besser zu identifizieren, nutzt der Ferrari-Star in Monaco einen Spezialhelm.

Er entspricht in Sachen Gestaltung seinem seit den Testfahrten gewohnten weißen Kopfschutz mit schwarz-rot-goldenen Streifen, jedoch ist er in matten Farben und dem Stil von Pinselstrichen gehalten sowie erweitert um ein großflächiges Visier im Stil der Siebzigerjahre, das schwarze Flächen andeuten. Ein seitlich aufgemalter Sauerstoff-Schlauch trägt genau wie der verspielte Schriftzug „Sebastian“ weiter zum Retro-Look bei.

Weniger rebellisch präsentiert sich Ex-Teamkollege Daniel Ricciardo am Monaco-Wochenende. Der Australier ist brav und verzichtet auf Extravaganzen, wobei nicht klar ist, in welcher Form diese von der FIA sanktioniert würden. „JMD hat mir einen Helm für dieses Rennen entworfen und ich würde ihn wirklich gerne tragen“, bedauert Ricciardo, dass die Arbeit seines Designers nicht zur Geltung kommt. „Ich bin kein Fan dieser Regel zum Helmdesign“, hadert der Red-Bull-Pilot.

Ferrari-Teamchef kritisiert Medien: „Alles wird größer gemacht“

Ferrari-Teamchef kritisiert Medien: „Alles wird größer gemacht“

Bei Ferrari existiert kaum etwas zwischen Himmel und Hölle. Gewinnt das Team, schweben die italienischen Fans und Medien auf Wolke sieben. Gelingt das nicht, hat man häufig das Gefühl, dass der nationale Notstand bald ausgerufen wird. Dem neuen Teamchef Maurizio Arrivabene ist diese Einstellung ein Dorn im Auge. Der Italiener erklärt, dass es bei der Scuderia eigentlich ganz anders zugeht, als es von Medien häufig dargestellt wird.

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„Zu Beginn des Jahres habe ich gesagt, dass ich ehrlich und transparent sein will“, erinnert er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ‚dpa‘ und erklärt: „In Barcelona zum Beispiel, mussten wir entscheiden, wer mit dem neuen, wer mit dem alten Auto fährt. Kimi sagte ganz natürlich: ‚Ich will das alte.‘ Dann höre ich in den Medien, dass wir eine Münze geworfen hätten, um darüber zu entscheiden. Ich dachte: ‚Sind wir in der Formel 1 oder beim Glücksrad?'“

„Alles was wir tun, wird oft größer gemacht als es in der Wirklichkeit ist“, findet Arrivabene. „Wenn man nur einmal etwas in Eile ist, wird gleich gemutmaßt, es handle sich um ein Drama. Einmal zum Beispiel musste ich nur dringend auf die Toilette, aber dann fragten alle besorgt: ‚Warum ist er so in Eile?‘ In diesem Team zu sein, ist eine Ehre. Aber manchmal nehmen die Dinge eine Dimension an, die bis in den Himmel ragt.“

„Wir müssen die Erwartungen dämpfen“, bremst der Italiener Fans und Medien. „Nach Malaysia haben wir im Vergleich zum vergangenen Jahr einen großen Schritt nach vorne gemacht. In Barcelona hatten wir einen Rückstand von 45 Sekunden, in der Saison davor lag er aber bei 1:27 Minuten. Nun haben wir nach fünf Rennen fünf Podestplatzierungen und einen Sieg. Das hatte vor dieser Saison niemand erwartet.“

Natürlich sorgte der Sieg von Sebastian Vettel auch bei seinem Teamchef für große Begeisterung. Der 58-Jährige sieht allerdings auch die negative Seite des Erfolgs: „Nach Malaysia dachte ich mir aber: ‚Das kommt zu früh.‘ Weil die Leute seitdem erwarten, dass wir die Weltmeisterschaft holen. Wir brauchen aber Demut und müssen unsere Füße auf dem Boden behalten.“

„Manchmal nehmen die Dinge eine Dimension an, die bis in den Himmel ragt.“

Maurizio Arrivabene

„Wir haben auf der ganzen Welt viele Tifosi. Sobald man ein bisschen den Kopf aus dem Wasser gestreckt hat, rechnen die ersten schon damit, dass man die Weltmeisterschaft holt. Noch nicht jetzt, aber nächstes Jahr werden wir es auf jeden Fall versuchen“, sagt Arrivabene, der verrät, dass er seine gebremste Einstellung Fiat-Chef Sergio Marchionne zu verdanken hat.

„Er erzählt mir die ganze Zeit, dass man die Füße auf dem Boden behalten muss. Ich arbeite mit großen Bossen schon lange zusammen. Alle sind unterschiedlich, alle haben hohe Ziele. Sie setzen Ziele und wollen sie erreichen. Dieses Jahr haben wir das Ziel, drei Rennen zu gewinnen, vier wären fantastisch. Nächstes Jahr werden wir andere Ziele setzen“, gibt sich Arrivabene schließlich doch ein bisschen angriffslustig.