Dass die Toro-Rosso-Piloten Carlos Sainz und Max Verstappen mit viel Talent gesegnet sind, ist unbestritten. Kritiker, die vor der Saison vor allem dem 17-jährigen Verstappen zu wenig Erfahrung vorwarfen, verstummten bald nach den ersten Rennen. Noch einen drauf setzten beide Red-Bull-Junioren am Donnerstag in Monaco.
Im ersten Freien Training schlug Verstappen ein wie eine Bombe und reihte sich am Ende der Session nach 46 Umläufen mit einer Bestzeit von 1:18:899 auf Rang zwei ein. Damit hatte er nur 0,149 Sekunden Rückstand auf Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton. Teamkollege Sainz kam einer Zeit von 1:19:245 auf Rang fünf.
Dabei war das spanisch-niederländische Fahrerduo zunächst damit beschäftigt, die Strecke zu lernen. „Wir dürfen nicht vergessen, das keiner von beiden hier jemals zuvor Formel 1 gefahren ist und dass es ein unglaublich schwieriger Kurs ist, um hier das erste Mal zu fahren“, führt Toro-Rosso-Renningenieur Phil Charles aus: „Beide Fahrer haben die richtige Herangehensweise gewählt, hatten am Anfang einen kleinen Rückstand und bauten dann über die Sessions hinweg auf.“ Das Duo gab an, ihr erstes Mal in Monaco genossen zu haben. Unterdessen glaubt Teamchef Franz Tost, dass beide Fahrer schnell genug für den dritten Qualifikationsabschnitt und Punkte sind.
„Für einen Jungen, der noch nicht einmal ein Auto mieten darf, ist das ziemlich beeindruckend“, beurteilt Red-Bull-Teamchef Christian Horner die Leistung von Verstappen. Helmut Marko, Motorsportkonsulent bei den Bullen, stimmt gegenüber ‚Sky.de‘ in die Lobgesänge mit ein: „Dass er gleich Zweiter wird, habe ich nicht erwartet. Aber ich habe ihn ja in der Formel 3 beobachtet. Es gab ja ein paar Strecken, die neu für ihn waren. Der hat überall, wo er hingekommen ist, überzeugt. Das ist ein junger, außerordentlicher Fahrer und wir können, glaube ich, noch sehr viel von ihm erwarten.“
Auch im zweiten Freien Training mit vorn dabei
Vor dem einsetzenden Regen in der zweiten Session wurde die Strecke schneller. Ihre Bestzeiten konnten Sainz und Verstappen in dieser Zeit noch signifikant verbessern, und landeten mit eineinhalb Sekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten Hamilton auf den Rängen fünf und sechs. zum Freitags-Gesamtergebnis Die starke Performance der beiden Talente imponierte auch Niki Lauda, der das Rennen im Fürstentum 1975 und 1976 gewann.
Der Österreicher sieht die beiden gegenüber ‚Sky.de‘ für Monaco sogar als zweite Kraft hinter den Silberpfeilen: „Wenn man sich den Verstappen und den Sainz anschaut, was die für Zeiten mit dem Toro Rosso hier gefahren haben und bedenkt, dass sie nie hier gefahren sind, dann ist das ist unglaublich – und Sainz ist glaube ich noch nie hier gewesen.“ Tatsächlich irrt Lauda ein wenig. Sainz fuhr in seinen zwei Jahren in der Formel Renault bereits im Fürstentum, und beendete die Rennen dort jeweils als Sechster (2013) und Vierter (2014).
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Auch Carlos Sainz ließ es in den Straßen des Fürstentms krachenHingegen konnte sich Max Verstappen, der direkt aus der Formel 3 in die Königsklasse aufstieg, nur auf virtuelle Erfahrungen verlassen: „Ich bin die Strecke im Simulator gefahren und es fällt auf, dass sie ziemlich langsam ist. Selbst die Motorleistung wird hier nicht so wichtig sein, du brauchst die beste Fahrbarkeit vom Motor.“ Auf das Wagen-Setup käme es dabei nicht so sehr an: „Ich denke, in Monaco wird man eher zwei zusätzliche Zehntel aus sich selbst als aus dem Auto herausholen können.“
Ausspannen am Ruhetag
Max Verstappen
Was die Simulator-Stunden für das echte Leben gebracht haben, lässt die folgende Aussage des Niederländers im Anschluss an das Freie Training nur erahnen: „Für mich war das ein gutes Training. Auf der Strecke habe ich mich wie zu Hause gefühlt. Ich mag Straßenkurse, vielleicht hat es was damit zu tun.“
Da der Einstand gelungen ist, will Sainz den traditionellen Ruhetag Freitag zum Ausspannen nutzen. Durch das verregnete zweite Freie Training gebe es ohnehin kaum neue Erkenntnisse: „Es gibt heute nicht viele Daten, die wir analysieren können. Wir werden ein paar Meetings haben und Interviews geben. Ich weiß noch nicht, ich werde etwas planen, denn ich werde einige Freizeit haben. Mal sehen, was man in Monaco so machen kann“, lacht der Spanier.
