Queralt kommt gebürtig aus Spanien; nachdem sie sechs Winter in den USA verbracht hat, um näher an guten Halfpipes zu sein, ist sie nach Flims gezogen, wo sie die Superpipe in Laax direkt vor der Nase hat.

Wir haben uns mit Queralt bei der Women-Session getroffen, um herauszufinden, wie man in einer Superpipe klar kommt, ohne sich in die Hosen zu machen.

1. Ein ordentlicher Drop-In ist schon die halbe Miete!
Der Drop-In ist der wichtigste Teil, denn er bestimmt euren Run. Nimm keine zu gerade Line in die Pipe. Du musst so tun, als wenn du aus einem Air reinkommst und nicht von der Kante. Fahr parallel zum Coping, ein Ollie hilft dir, mehr Speed zu bekommen. Benutze dein ganzes Board vom Top an. Wenn deine Kanten zum ersten Mal die Wall berühren, wenn du schon fast im Flat bist, verlierst du Geschwindigkeit.

2. Behalte deine Line bei, wenn du die Wall anfährst
Viele Snowboarder denken, dass sie gerade nach oben und eine steile Line fahren müssen. Aber du musst die Line weiterfahren, die du im Flat hattest. Auch wenn es so aussieht, als ob du nicht sehr hoch raus kommst, aber wenn du mit der Schwerkraft wieder nach unten fährst, wird es besser funktionieren. Versuche also nicht im 90°-Winkel die Wall anzufahren.
 

Queralt Castellet in der Superpipe in Laax, Schweiz

Queralt Castellet in der Superpipe in Laax, Schweiz

Queralt Castellet in Laax© Philipp Ruggli

3. Schau nicht auf das Coping, wenn du die Wall anfährst
Beim Hochfahren der Wall schauen viele auf das Coping, als wenn dies der Punkt wäre, wo sie hinwollen. Aber du willst ja nicht am Coping enden, nicht wahr? Genau, also solltest du in den Himmel sehen. Wenn du das Coping anvisierst, wird sich deine Haltung verändern, du drehst deine Schultern und das beeinflusst deine Flugbahn. Wenn du aber auf dein eigentliches Ziel schaust (ja genau, der Himmel!), wirst du höher rauskommen und mehr Zeit für deinen Air haben. Also: schaue nicht auf das Coping! Bis du landest, natürlich.

4. Hab‘ Geduld und mach‘ weiter!
Viele werden langsamer, sobald sie das Coping sehen. Sie denken: „Yep, jetzt bin ich hier, ich hab’s geschafft!“ Aber eigentlich möchtest du ja aus der Pipe heraus kommen. Also, weitermachen!
 

Queralt Castellet in der Superpipe in Laax, Schweiz

Queralt Castellet in der Superpipe in Laax, Schweiz

Queralt Castellet in Sequenzaufnahme© Philipp Ruggli

5. Vertrau’ der Pipe
Einige haben Angst auf das Coping zu fallen, also stoßen sie sich von der Wall ab. Aber du solltest dein Board einfach ganz entspannt laufen lassen: die Pipe wird dich auf dem gleichen Weg wieder zurückbringen, auf dem du herausgefahren bist.

6. Je größer, je besser
Bei einer Pipe wie der in Laax brauchst du dich nicht vor der Größe zu fürchten. Wenn sie so klasse geshaped ist wie diese hier, ist die Pipe umso sicherer je größer sie ist. Weil die Transition lang genug ist, dich bis zum Ende der Wall und zurück zu führen.

7. Druck machen, um zu beeindrucken
Viele kämpfen mit dem Druck. Das kann daran liegen, dass a) deine Line zu steil ist (siehe oben) oder b) dass dein Körper sich nicht in der richtigen Position befindet. Du musst immer Druck auf deine Füße geben, den du auf keinen Fall loslassen darfst. Wenn deine Beine gerade sind und du über einen Buckel in der Pipe fährst, wirst du fallen. Also, geh‘ in die Knie, fühle es in den Beinen, halte die Spannung und nimm‘ den Druck auf. Wenn du deine Oberschenkel beim Pipe-Fahren nicht spürst, machst du etwas falsch.
 

Queralt Castellet in der Superpipe in Laax, Schweiz

Queralt Castellet in der Superpipe in Laax, Schweiz

Hola, chica!© Philipp Ruggli

8. Die Base ist dein Freund
Benutze deine Kanten nicht so viel. Wenn du auf deiner Base bist, fährst du schnell, auf deinen Kanten verlierst du Geschwindigkeit. Es hängt natürlich davon ab, wie steil die Pipe ist. Die Pipe in Laax ist sehr steil, hier brauchst du etwas mehr Kante. Aber im Normalfall solltest du deiner Base einen Liebesdienst erweisen und sie auch benutzen!

9. Um neue Tricks zu lernen, versuche sie am Bottom der Pipe
Wenn du etwas Neues lernen möchtest, gehst du die Sache normalerweise erst etwas langsamer an. Probiere einen neuen Trick erst am Bottom der Pipe, um etwas mehr Übung zu bekommen (es ist auch weniger beängstigend, wenn das Coping niedriger ist).

10. Ride! So oft wie du kannst
Das Wichtigste beim Pipe-Fahren ist die Praxis. Je öfter du fährst, umso mehr wirst du es lieben. Also gib‘ nicht auf. Es wird sich lohnen!
 

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