Toto Wolff: Nase voll von der Kritik an der Strategiegruppe

Toto Wolff: Nase voll von der Kritik an der Strategiegruppe

Vor genau einer Woche, am Donnerstag, fand in Biggin Hill (London) ein Treffen der Formel-1-Strategiegruppe statt. Mit am Tisch saßen neben Bernie Ecclestone als Rechteinhaber und FIA-Präsident Jean Todt auch Vertreter folgender sechs Teams: Mercedes, Ferrari, Red Bull, Mclaren, Williams und Force India. Toto Wolff war für die deutschen Weltmeister aus dem Vorjahr dabei und sprach mit seinen Kollegen über Ideen, wie man die Formel 1 ab 2017 attraktiver gestalten könnte.

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Bei den Gesprächen wurden unter anderem auch Tankstopps und breitere Reifen diskutiert. Diese Vorschläge, die erst von der Formel-1-Kommission und vom FIA-Weltrat abgesegnet werden müssen, wurden in den vergangenen sieben Tagen heiß diskutiert. Vor allem die Idee des Nachtankens stieß auf viel Kritik.

Angesprochen auf die öffentliche Diskussion stellte Wolff in der FIA-Pressekonferenz der Teamchefs am Donnerstag in Monaco klar, dass er keineswegs glücklich ist, über das Breittreten der Ideen: „Was auch immer wir in der Strategiegruppe besprechen, endet bizarrerweise in den Medien – zehn Minuten später, oder sogar noch früher, während der Diskussionen. Manchmal müssen wir uns zuerst intern beraten.“

Wolff: „Egal mit welchem Vorschlag wir ankommen, alles ist Scheiße“

Zuerst solle eben innerhalb der Gruppe Einigkeit herrschen, bevor man mit Vorschlägen an die Öffentlichkeit tritt, so der Österreicher. „Wir haben nicht immer die gleichen Meinungen, aber es geht darum, den Sport nach vorn zu bringen.“ Dann macht Wolff seinem Ärger Luft: „Und egal mit welchen Vorschlägen wir ankommen, das ist alles Scheiße. Wir haben besprochen, die Autos fünf, sechs Sekunden schneller zu machen, auch breitere Reifen, spektakulärere Boliden, mehr G-Kräfte und das Nachtanken wurden diskutiert. Und das einzige, was ich nach dem Meeting gelesen habe ist, dass Nachtanken keinen Sinn macht.“

Er geht daraufhin auch auf die Medienvertreter los: „Interessanterweise habt ihr die Fahrer auf genau diesem Podium gestern danach gefragt, und alle lieben es. Ich denke, wir müssen aufhören, den Sport niederzumachen. Das habe ich hier schon des Öfteren gesagt. Eine der Regeln, die wir festgelegt haben – möglicherweise müssen wir das noch einmal bekräftigen – ist, dass wir den Sport nicht schlechtreden.“

Tatsächlich kam das Thema rund um das Nachtanken am Vortag in der Pressekonferenz der Fahrer zur Sprache. Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton oder auch Jenson Button äußerten sich dabei positiv über die Wiedereinführung der Tankregel. Cyril Abiteboul, der als Renault-Vertreter beim heutigen Medientermin anwesend war, spricht Wolff aus der Seele.

Tost: Erst Ergebnisse sollten kommuniziert werden…

Der Franzose glaubt nicht, dass man durch das Diskutieren hinter vorgehaltener Hand – offiziell darf von den Teilnehmern des Meetings nur das wiedergegeben werden, was in der offiziellen Pressemitteilung kommuniziert wurde – altmodisch agiert: „Ich denke nicht, dass diese Meetings in anderen Sportarten übertragen werden würden, also denke ich nicht, dass wir in diesem Aspekt altmodisch sind. Man muss daran denken, dass der Effekt von Änderungen groß ist, und nicht nur eine Sache beeinflusst. Manchmal wäre es gut, wenn man uns und dem Formel-1-Management vertrauen würde“, meint er. „Wir sitzen im selben Boot, wir sollten uns nicht gegenseitig kritisieren.“

„Manchmal wäre es gut, wenn man uns und dem Formel-1-Management vertrauen würde.“

Cyril Abiteboul

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost betont noch einmal, dass die Diskussionen der Strategiegruppe eben nur Diskussionen sind. „Das heißt nicht, dass irgendetwas entschieden wurde bisher. Natürlich sollte kommuniziert werden, wenn eine Entscheidung gefällt wurde, daher ist es auch nicht notwendig über alles zu schreiben und zu reden, was angedacht wurde“, glaubt der Österreicher.

Nach Marko-Kritik: Red-Bull-Teamchef nimmt Kwjat in Schutz

Die Kritik von Helmut Marko an Daniil Kwjat ist auch beim Großen Preis von Monaco noch immer ein Thema. Nach dem Rennen in Barcelona hatte Red Bulls Motorsportberater erklärt, dass er mit den Toro-Rosso-Rookies Max Verstappen und Carlos Sainz deutlich zufriedener sei. Kwjat selbst hat bereits erklärt, dass er die Kritik nicht zu persönlich nimmt. Nun kommt dem jungen Russen auch sein Teamchef Christian Horner zu Hilfe, der erklärt, dass man Markos Worte nicht auf die Goldwaage legen sollte.

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„Helmut nennt die Dinge immer beim Namen“, erklärt Horner mit einem Lächeln und ergänzt: „Ich denke, dass Daniil bisher eine schwierige Saison hatte. Die Dinge sind auf seiner Seite der Garage nicht gut gelaufen. Er hatte einige gute Rennen und es gab Momente, in denen er Schwierigkeiten hatte. Aber er ist jung und er entwickelt sich ständig weiter. Wir können sehen, dass er eine Menge Potenzial hat.“

„Er wird erwachsener und entwickelt sich weiter“, ist sich Horner sicher. Doch in der Weltmeisterschaft liegt er aktuell hinter Verstappen und Sainz – eigentlich zu wenig für die Ansprüche von Red Bull. Aber muss sich Kwjat wirklich nach nur fünf Rennen schon wieder Sorgen um sein Cockpit machen? „Helmut hatte schon immer den Hang dazu, diese Dinge anzusprechen“, merkt Horner an.

Der Red-Bull-Teamchef erzählt eine Anekdote: „Ich erinnere mich an die Zeit von Mark Webber zurück. Nach diesem Rennen (Monaco; Anm. d. Red.) kamen wir 2010 in die Türkei. Wie wir wissen waren sich Mark und Helmut nicht immer einig. Nach dem Unfall in der Türkei saßen wir in meinem Büro und es war für Mark die Gelegenheit, alles rauszulassen. Er konnte seine Probleme mit Helmut ansprechen.“

Video: Red Bull: Saisonvorschau 2015

In Istanbul waren Webber und Sebastian Vettel kollidiert, als der Deutsche seinen Teamkollegen überholen wollte. Marko machte anschließend Webber für den Unfall verantwortlich. Horner: „Ich sagte zu Helmut vor dem Treffen: ‚Ganz egal war er sagt, nimm es so hin und stimm zu.‘ Mark ging also alle Probleme durch und sagte ihm, was ihn an Helmut nervte. Helmut nahm es alles hin.“

„Er sagte: ‚Ja, in Ordnung, ich stimme zu.‘ Dann sagte er: ‚Wie auch immer, das nächste Rennen in Valencia ist sehr wichtig für uns. Und in Valencia warst du immer scheiße.‘ Mark verstand den Witz zum Glück, aber es erklärt die merkwürdige Art, die Helmut manchmal an den Tag legt“, so Horner. Mit dieser Art wird sich wohl auch Kwjat abfinden müssen, wenn er langfristig bei Red Bull bleiben möchte.

Eine Milliarde Pfund! Fiskus will Ecclestone an den Kragen

Eine Milliarde Pfund! Fiskus will Ecclestone an den Kragen

Bernie Ecclestone droht erneut Ärger mit den Behörden. Wie der ‚Telegraph‘ und ‚Bloomberg‘ am Donnerstag übereinstimmend berichten, verlangt der britische Fiskus eine Milliarde Pfund Sterling (umgerechnet rund 1,41 Milliarden Euro) vom Formel-1-Boss. Dabei handelt sich um offene Steuern und Zinsen bis zum Jahr 2008. Hintergrund der Forderung ist der Streit um das Familienunternehmen Bambino, zu dem Ecclestone jegliche Verbindung abstreitet.

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Am Rande des Monaco-Grand-Prix erklärt er: „Ich werde dagegen entschieden vorgehen. Ich habe sämtliche Steuern, die ich entrichten musste, gezahlt.“ Es klingt wie eine Drohung mit Auswanderung, wenn er anfügt: „Ich könnte es von hieraus machen, oder aus der Schweiz. Ich habe einen Wohnsitz in der Schweiz und die Schweizer sagen, es handele sich um meinen Wohnort. Es wäre einfach.“

Er verweist darauf, dass seine Ex-Frau Slavica sowie seine Töchter Tamara und Petra die Gewinne einstreichen würden. „Ich hatte mit dem Konzern noch nie etwas zu tun“, versichert Ecclestone. Das Unternehmen hält derzeit angeblich neun Prozent an der Formel 1 und gehört seit den Neunzigerjahren tatsächlich Slavica Ecclestone, weil ihr damaliger Ehemann ihr im Vorfeld einer komplizierten Bypass-Operation Bambino überschrieb.

Bernie Ecclestone wäre tatsächlich nicht für Steuerschulden Bambinos habhaft zu machen, solange er nicht über verdeckte Kanäle mitkassiert. Genau das wird aber gemunkelt, schließlich wurde im Rahmen des Münchener Bestechungsprozesses bekannt, dass er von seiner Ex-Frau jährlich rund 100 Millionen US-Dollar (umgerechnet 72 Millionen Euro), wozu sie das vorläufige Scheidungsurteil verpflichtet.

Offenbar geht Ecclestone gegen die Forderung in drei verschiedenen Prozessen juristisch vor, muss sich aufgrund der Überlastung britischer Gerichte aber gedulden. Der 84-Jährige hatte sich in der Sache bereits 2008 mit dem Fiskus unter der Hand auf einen Deal geeinigt, um nicht mit der vollen Summe zur Kasse gebeten zu werden. Laut Rechtsexperten soll diese Übereinkunft aber hinfällig sein.

„Herr Ecclestone bemüht andere Rechtswege, um sicherzustellen, dass die Behörde sich an die Einigung halten muss“, heißt es in einer Erklärung seines Londoner Büros. „Herr Ecclestone hat sich dazu entscheiden, in Großbritannien zu leben, obwohl er auch an einem anderen Ort hätte wohnen und arbeiten können. Er war immer bemüht, seine Steuern in Großbritannien zu zahlen, was auch immer von ihm verlangt wurde.“

Freie Reifenwahl: Pirelli auf „gutem Weg“ zu einer Lösung

Freie Reifenwahl: Pirelli auf „gutem Weg“ zu einer Lösung

Die Formel 1 soll schneller und spektakulärer werden: Darüber waren sich die Mitglieder der Strategiegruppe bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche einig. „Wir wollen die Autos schwieriger zu fahren und fünf bis sechs Sekunden schneller machen. Außerdem sollen sie spektakulärer werden“, fasst Red-Bull-Teamchef Christian Horner die Beratungen zusammen. „Wir wollen mehr Abtrieb haben und dass sich die Fahrzeuge mehr von den aktuellen GP2-Autos unterscheiden.“

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Wie notwendig dieser Schritt ist, wurde am Donnerstag beim ersten Trainingstag des Grand Prix von Monaco überdeutlich. Dort fuhr Arthur Pic im Freien Training der GP2 in 1:20.556 Minuten die schnellste Zeit. Damit hätte er sich im unmittelbar davor ausgetragenen ersten Freien Training der Formel 1 auf Position 14 eingereiht und sowohl die Force India als auch die Sauber hinter sich gelassen.

Die Formel 1 soll also schneller werden, die Autos für die Piloten nicht mehr so einfach beherrschbar sein. „Wie erreicht man das?“, fragt sich nicht nur Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery. Der Brite weiß, dass auch sein Arbeitgeber hier einen Schlüssel in der Hand hält. „Ein breiterer Reifen würden sicherlich helfen“, sagt er.

Radikale Änderungen: Pirelli vermisst Testmöglichkeiten

Ein anderer Weg zu einer schnelleren Formel 1 bestünde in der Erhöhung der Motorleistung – auch das steht zur Debatte. „Auch der Antriebsstrang wurde besprochen. Wir haben entschieden, die Durchflussmenge ein bisschen zu erhöhen“, bestätigt Horner. „Auch der Lärm soll besser werden, lauter.“ Dagegen hätte auch Pirelli-Mann Hembery nichts einzuwenden. „Grundsätzlich hört sich das gut an, aber an der praktischen Umsetzung muss gearbeitet werden.“

Ferrari Konzept Studie© Ferrari
Mit dieser spektakulären Studie hatte Ferrari für Furore gesorgt
Der Blick auf den Kalender – und die eingeschränkten Testmöglichkeiten in der Formel 1 treiben Hembery allerdings einige Sorgenfalten auf die Stirn. „Uns als Reifenhersteller würde vor allem interessieren, wie man das testen kann. Die Testmöglichkeiten sind eingeschränkt“, so der Brite. „Sollten sich die Autos grundlegend ändern, will man nicht erst im Winter in Jerez herausfinden, ob es funktioniert.“

Einem anderen Vorschlag steht Hembery nach anfänglicher Skepsis nun aufgeschlossen gegenüber: Der Möglichkeit, den Teams die Wahl der Reifenmischungen selbst zu überlassen. „Wir haben die Kommentare gehört und arbeiten gemeinsam mit der FIA an einer Lösung, die einerseits diese Anforderungen erfüllt, die andererseits aber auch die nötige Sicherheit bietet und den Sport damit um ein interessantes Element bereichert“, so Hembery.

Alexander Wurz: Wer soll das bezahlen?

Diesen Vorschlag hatte Force India aufs Tapet gebracht. „Damit treffen die Teams wieder die Entscheidungen. Das sorgt für Vielfalt bei der Renntaktik“, begründet der stellvertretende Teamchef Robert Fernley seine Forderung nach einem freien Griff ins Reifensortiment von Pirelli.

Video: Pirellis 18-Zoll-Reifen für die Formel 1

Diese war bei den Italienern zunächst nicht gut angekommen. Die Sorge: Die Teams würden dabei zu aggressiv vorgehen und Reifenmischungen wählen, die der jeweiligen Strecke nicht gerecht werden. Mittlerweile ist Hembery aber überzeugt, dass man hier eine Lösung finden werde.

„Ausgehend von den ersten Gesprächen sind wir auf einem guten Weg“, sagt er – und erntet dafür Applaus von Force India: „Ich freue mich, dass Pirelli diese Idee aufgegriffen hat und an einer Lösung arbeitet, die ihnen Sicherheit und den Teams mehr Wahlmöglichkeiten liefert“, so Fernley.

Für den Präsidenten der Formel-1-Fahrergewerkschaft Alexander Wurz kommt bei der Diskussion über die Zukunft der Formel 1 ein Punkt allerdings zu kurz. „Änderungen kosten immer einen Haufen Geld. Es geht nicht nur darum, wie man sich als Produkt präsentiert, sondern wie man es finanziert“, so Wurz im ‚ORF‘. „Das ist ein Thema, das ich leider vermisst habe.“

McLaren-Honda: Probleme reißen auch in Monaco nicht ab

McLaren-Honda: Probleme reißen auch in Monaco nicht ab

Jenson Button war auch in Monaco am Donnerstag wieder einmal der große Pechvogel. Der Weltmeister von 2009 verpasste wegen technischen Problemen den Beginn des ersten Freien Trainings und wurde auch am Nachmittag erneut eingebremst. Am Ende des Tages reichte es nur zu 29 Runden. Der Regen sorgte zu allem Überfluss auch noch dafür, dass McLarens Motorenpartner Honda sein Testprogramm nicht wie geplant absolvieren konnte. Für einen Lichtblick sorgte im Fürstentum einzig Fernando Alonso.

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Der Spanier beendete den Donnerstag auf einem guten achten Platz in der kombinierten Zeitenliste. „Ich genieße es immer, in Monaco zu fahren, ganz besonders bei trockenen Bedingungen, wenn du ganz nah an die Bande fahren kannst“, verrät der Spanier und ergänzt: „Allerdings fühlt mich sich hier nie wohl. Du musst das Auto am absoluten Limit fahren. Du bist nah an der Bande dran, was für alle schwierig ist.“

„Heute konnten wir auf den Supersofts kaum fahren, aber hoffentlich können wir davon am Samstag profitieren, wenn alle auf den weichen Reifen fahren werden. Das sollte das Feld etwas näher zusammenrücken. Wenn es am Sonntag trocken ist, dann wird es ganz sicher ein Ein-Stopp-Rennen werden“, vermutet Alonso und ergänzt: „Unser Chassis reagiert gut, also können wir am Samstag hoffentlich einen Schritt nach vorne machen.“

„Allerdings haben wir zuvor bereits gesehen, dass sich offenbar alle im Qualifying verbessern“, weiß Alonso, dem bewusst ist, dass eine gute Startposition in Monaco elementar ist. „Am Samstag musst du eine magische Runde abliefern. Also werde ich mein Bestes geben“, verspricht er und bekommt Lob von Rennleiter Eric Boullier: „Fernando machte in beiden Sitzungen gute Fortschritte.“

Allerdings weiß der Franzose: „Es ist unmöglich, die Pace genau zu verstehen, bevor nicht alle den superweichen Reifen verwendet haben. Aber es ist ein vielversprechender Start in unser Monaco-Wochenende.“ Honda-Motorsportchef Yasuhisa Arai ergänzt: „Für das Qualifying wollen wir die Fahrbarkeit in langsamen und mittelschnellen Kurven weiter verbessern.“

„Im zweiten Training hatte ich ein Problem mit der Bremstemperatur.“

Jenson Button

Jenson Button würde es derweil wohl schon reichen, wenn sein Auto überhaupt einmal für einige Runden am Stück laufen würde. „Im ersten Freien Training verlor ich etwas Zeit, was schade ist. Aber so ist es eben. Im zweiten Training hatte ich ein Problem mit der Bremstemperatur, was einen meinen Versuche wieder verkürzte“, ärgert sich der Brite nach seinem von Problemen durchzogenen Donnerstag.

Video: Monaco-Grand-Prix: Härtester Bremspunkt

„In Sachen Balance fühlt sich das Auto gut an, aber es gibt Bereiche, von denen wir wissen, dass wir uns dort noch verbessern können. Also sieht es nicht so schlecht aus“, gibt Button sich versöhnlich. „Im Nassen hatte ich ein paar Probleme. Ich konnte nicht genug Temperatur in die Reifen bringen, das müssen wir uns also ansehen. Das Aufwärmen der Reifen ist hier generell schwierig, selbst auf den härteren Reifen dauert es normalerweise vier oder fünf Runden.“

„Der Samstagmorgen wird für alle wichtig sein, weil es das erste Mal sein wird, dass wir den weichen Reifen vernünftig ausprobieren. Es ist für alle gleich, also spielt es keine große Rolle“, so der Brite, der 2009 in Monaco gewinnen konnte. Teamkollege Alonso war im Fürstenteam 2006 und 2007 siegreich. Unter normalen Voraussetzungen dürften die beiden in diesem Jahr vom Treppchen allerdings einige Plätze entfernt sein.

Jenson Button mag veränderte Tabak-Kurve in Monaco nicht

Jenson Button mag veränderte Tabak-Kurve in Monaco nicht

Der Stadtkurs in Monte Carlo befindet sich seit 1950 im Kalender der Formel-1-Weltmeisterschaft. Mit Ausnahme der Jahre 1951 bis 1954 treten die Grand-Prix-Piloten seither Jahr für Jahr auf den Straßen des Fürstentums Monaco an, wobei der Kurs im Laufe der Jahrzehnte nur geringfügige Veränderungen erfuhr.

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Die nachhaltigsten Umbauten betrafen die Rascasse-Kurve, die Schikane kurz nach dem Ausgang des Tunnels und die Passage rund um das Schwimmbad. Für die diesjährige Auflage des Grand Prix von Monaco wurde am Hafen moderat Hand angelegt.

Zwischen der Tabak-Kurve und dem Eingang der Schwimmbad-Passage wurde die Piste leicht nach links versetzt. Konsequenz: Die Tabak-Kurve, die ihren Namen von einem ehemals in der Nähe befindlichen Tabakladen bezieht, ist nun einen Tick enger als bisher. Die Gesamtlänge der Strecke beträgt nun 3,337 Kilometer. Im vergangenen Jahr war es noch 3,340 Kilometer.

© LAT
Neuer Asphalt und engerer Radius: Die Tabak-Kurve anno 2015 (Bildvordergrund)
Während der Umbau von außen betrachtet kaum ins Gewicht fällt, tut sich Jenson Button schwer, dem neuen Streckenverlauf im Anschluss an die Hafenschikane Positives abzugewinnen. „Ich muss sagen, dass mir die Tabak-Kurve nicht mehr so gut gefällt wie früher. Sie haben die Kurve enger gestaltet. Bisher war sie schön flüssig“, ärgert sich der Brite.

Immerhin: Mit der Neugestaltung der Schwimmbad-Passage zeigt sich Button zufrieden. „Der Eingang ist ein bisschen schneller. Die Gefahr, in Richtung der Leitplanke auf der linken Seite zu driften, ist jetzt nicht mehr so groß“, sagt der Monaco-Sieger des Jahres 2009. Auch Red-Bull-Pilot Daniil Kwjat bezeichnet die Veränderungen am Eingang der Schwimmbad-Passage als „gut“.