Mücke: „Hatte selten so einen Schlamper wie Sergio Perez“

Mücke: „Hatte selten so einen Schlamper wie Sergio Perez“

Sergio Perez hat in der Formel 1 einen ambivalenten Ruf. Zum einen hat er mit Podestplätzen bereits bewiesen, dass er an guten Tagen zu besonderen Leistungen in der Lage ist, zum anderen hat er aber 2013 die Chance, mit McLaren für ein Top-Team zu fahren, nicht genutzt. Schon damals hieß es, dass das britische Traditionsteam für die Zeit nach dem Ausstieg des Hauptsponsors vor allem an seinen mexikanischen Geldgebern interessiert war.

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Außerdem wurde hinter vorgehaltener Hand immer wieder erwähnt, dass die Arbeitseinstellung des 25-jährigen Mexikaners nicht die beste sei und sich seine Beliebtheitswerte bei den Ingenieuren in Grenzen halten sollen. Nun bestätigt der deutsche Teamchef Peter Mücke, der neben Perez in der Formel BMW bereits mit Sebastian Vettel oder Robert Kubica arbeitete, diesen Eindruck. Neben Talent sei es vor allem die professionelle Herangehensweise, die die Streu vom Weizen trennt, Perez sei aber „eine andere Nummer“, sagt er gegenüber ‚Spox.com‘.

„Sergio hat damals schon gezeigt, dass er Talent hat. Das ist unstrittig“, holt Mücke aus. „Nur die Herangehensweise war völlig unprofessionell. Ich habe selten so einen Schlamper gehabt wie ihn.“ Neben diversen Eskapaden soll der Youngster unordentlich gewesen sein: „Seine Wohnung in Berlin sah aus wie ein Schlachtfeld. Er hat alles gemacht, was man nicht machen durfte.“

© xpb.cc
Peter Mücke hatte bereits zahlreiche spätere Motorsportgrößen unter Vertrag
Das führt der 68-Jährige auch darauf zurück, dass Perez mit Telmex-Boss Carlos Slim stets einen Unterstützer hinter sich hatte und sich um seine Zukunft keine Sorgen machen musste. Perez‘ Sponsor lieferte laut Mücke „Geld ohne Ende. Sergio brauchte über nichts nachdenken. Er wusste, dass es sowieso weitergeht. Das war der Schlüssel.“

Ohne die Unterstützung hätte es Perez laut Mücke nicht in die Königsklasse des Motorsports geschafft: „Er wäre nie oben angekommen, wenn er nicht im Hintergrund das Geld gehabt hätte. Nur mit seinem Talent wäre er schon nach dem BMW-Jahr raus gewesen.“

Anders sei die Lage bei Vettel, der schon in Junior-Zeiten mit seinem Fleiß und seiner Professionalität Eindruck machte. „Das fing früh morgens an“, sagt Mücke und nennt ein Beispiel: „Wenn es um 8 Uhr für das Team losgeht, kommen manche Fahrer um 8.05 Uhr und reiben sich den Schlaf aus den Augen. Das gab’s bei Seb nie. Er ist um 6 Uhr aufgestanden, eine halbe Stunde gejoggt und hat Kreislauf und Kopf in Gang gesetzt. Dann stand er vor der Tür. Das musste ich ihm nicht sagen, das hat er von sich aus gemacht. Und das macht den Unterschied aus.“

Kwjat bleibt nach Marko-Kritik ruhig: „Kenne mein Potenzial“

Nach dem jüngsten Formel-1-Rennen in Barcelona hat Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko Daniil Kwjat in die Pflicht genommen. Nach fünf Rennen in der Saison 2015 steht der Russe mit mageren fünf Punkten nur auf dem 15. WM-Platz, in Spanien wurde er zuletzt Zehnter – zu wenig für die Ansprüche des einstigen Serien-Weltmeisters. Kwjat selbst nimmt sich die Kritik zwar zu Herzen, betont allerdings auch, dass er sich davon nicht entmutigen lassen möchte.

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„Ich bin nicht frustriert oder irgendetwas“, verrät er gegenüber ‚Autosport‘ und ergänzt: „Ich versuche einfach, dem Team so viel zu geben, wie ich kann. Nur das wird uns dabei helfen, die Probleme zu beheben.“ Besonders bitter für Kwjat: Mit Carlos Sainz (acht Punkte) und Max Verstappen (sechs Punkte) stehen in der WM aktuell gleich beide Rookies aus dem Red-Bull-Juniorteam Toro Rosso vor ihm.

Trotzdem hatte Kwjat zuletzt unter anderem Zuspruch von Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost erhalten und er selbst erklärt: „Ich kenne mein Potenzial und momentan ist es nicht genug. Lasst uns abwarten, ob ich eines Tages auch der ganzen Welt zeigen kann.“ Denn aktuell wird Kwjat auch durch das Material limitiert. Am Saisonauftakt in Melbourne konnte er beispielsweise gar nicht erst teilnehmen, da sein Getriebe bereits vor dem Start schlapp machte.

Jaime Alguersuari schießt gegen Formel 1: „Kein echter Sport“

Jaime Alguersuari schießt gegen Formel 1: „Kein echter Sport“

Jaime Alguersuari hat mit der Formel 1 abgeschlossen: Der Spanier, der von 2009 bis 2011 für Toro Rosso fuhr und in dieser Zeit 31 WM-Punkte einfuhr, würde laut eigenen Angaben nicht einmal, wenn es sich ergeben würde, in die Formel 1 zurückkehren. „Selbst, wenn ich einen Sponsor finden würde – und ich suche derzeit keinen – und das Geld für die Formel 1 hätte, dann wäre eine Rückkehr dumm, denn dann wäre ich vom Sponsor abhängig. Und wenn ich ihn nicht mehr hätte, wäre ich erst wieder draußen“, sagt der nunmehrige Formel-E-Pilot, der im Vorjahr im ADAC-GT-Masters am Start war, gegenüber der ‚AS‘.

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Der 25-Jährige bereut es inzwischen, auch nach seiner Trennung von Förderer Red Bull noch versucht zu haben, den Weg in die Formel 1 zurückzufinden. So war er 2012 Testfahrer für Reifenhersteller Pirelli. „Das war mein Fehler. Ich habe weitergeträumt, dabei wollten einige Teams nur mein Geld. Ich habe aber daran geglaubt und sah die Formel 1 als Sport. Heute muss ich sagen, dass ich mich mehr auf den Langstrecken-Sport konzentrieren hätte sollen“, zeigt er sich desillusioniert.

Tatsächlich hatte Alguersuari in der Spätphase 2012 verkündet, dass er über einen Vertrag für 2013 verfügt. Ins Formel-1-Cockpit kehrte er aber nicht mehr zurück. Heute ist er von der enormen Technikabhängigkeit in der Königsklasse des Motorsports gefrustet: „Ich hatte damals ein Auto, das für die Top 10 gut war, aber die Spitzenreiter hatten 150 Punkte mehr Abtrieb als ich. Und der Unterschied zwischen einem Superhelden und einem mittelmäßigen Piloten sind 150 Punkte Abtrieb“, meint der ehemalige Schützling von Helmut Marko.

„Die Formel 1 ist wie eine Ex-Freundin, die man vergessen muss.“

Jaime Alguersuari

„Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den Piloten, aber bitte: Wir sprechen hier nicht über Motorradrennen, auch nicht über Golf, Leichtathletik, über normale Sportarten. Heute sehe ich das realistisch.“

Seine einstige Liebe ist abgekühlt: „Die Formel 1 ist wie eine Ex-Freundin, die man vergessen muss. In Wahrheit ist es enttäuschend für mich, von einer Welt zu sprechen, die ich einmal so sehr geliebt habe.“ Heute sieht er sich als „Romantiker. Die Formel 1 der 1980er- und 1990er-Jahre, das war noch ein richtiger Sport. Heute ist es anders.“

Inzwischen ist die Musik laut eigenen Angaben zu seiner größten Leidenschaft geworden – Alguersuari ist seit Jahren als DJ Squire aktiv, hat 2011 sogar schon ein Album herausgebracht. Dennoch blickt er nicht mit Neid auf seinen Landsmann und Toro-Rosso-Nachfolger Carlos Sainz: „Ich wünsche und gönne ihm das Beste.“ Und er traut es dem 20-Jährigen auch zu: „Er hat alles, was es braucht: die Möglichkeiten, das Auto, das Talent. Er muss seinen Kopf einsetzen, und ich bin sicher, dass er eines Tages Weltmeister sein wird.“

Beeindruckende Le Mans Fotos von Martin Straka

Beeindruckende Le Mans Fotos von Martin Straka

Hier seht ihr die Schwarzweiß-Fotografien des tschechischen Fotografens vom 24 Heures du Mans 2014.

Pro tip: use your keyboard to jump between photos

Der Audi-Turm

Der Audi-Turm am Circuit de la Sarthe in Le Man, Austragungsort vom Le Mans 24-Stunden-Rennen, fotografiert von Martin Strake

Der Audi-Turm am Circuit de la Sarthe in Le Man, Austragungsort vom Le Mans 24-Stunden-Rennen, fotografiert von Martin Strake

Der Audi-Turm

Die große Audi-Obelisk zwischen Indianapolis und Arnage, zeigt den Status beim 24 Heures du Mans.

© Martin Straka

Ein emotionales Rennen für Aston Martin

Ein Aston Le Mans bei dem Le Mans 24-Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sarthe

Ein Aston Le Mans bei dem Le Mans 24-Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sarthe

Ein emotionales Rennen für Aston Martin

Nach Dane Allan Simonsens tödlichen Unfall in einem Aston Martin beim 24 Heures du Mans, errang das dänische Aston Martin Racing Team mit David Heinemeier Hansson, Kristian Poulsen und Nicki Thiim in der GTE Am Klasse einen emotionalen Sieg.

© Martin Straka

Porsche ist zurück auf der Strecke

Porsche wird beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans auf dem Circuit de la Sarthe fotografiert

Porsche wird beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans auf dem Circuit de la Sarthe fotografiert

Porsche ist zurück auf der Strecke

Ein Fotograf geht ganz nah an den Porsche 919 Hybrid. Das Deutsche Team feiert seine Rückkehr auf dem Circuit de la Sarthe. Auch einer der Fahrer, Mark Webber, ist wieder zurück, seitdem er 1999 sich in Le Mans auf der the Mulsanne Gerade mit seinem Mercedes-Benz CLK-GTR überschlagen hat.

© Martin Straka

Langsam?

Ein Streckenposten behält das Rennen in Le Mans im Auge beim 24-Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sartre

Ein Streckenposten behält das Rennen in Le Mans im Auge beim 24-Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sartre

Langsam?

Das „Slow“-Zeichen sehen die Fahrer in Le Mans gar nicht gerne. Zum Glück war es nicht draußen, als der Ferrari 458 an der Linse vorbei raste.

© Martin Straka

Nicht gut vorbereitet…

Porsche Team Mechaniker üben einen Boxenstopp für das 24-Stunden-Rennen 2014 in Le Mans

Porsche Team Mechaniker üben einen Boxenstopp für das 24-Stunden-Rennen 2014 in Le Mans

Nicht gut vorbereitet…

Man würde denken, dass 24 Stunden so lang sind, dass ein verpfuschter Boxenstopp nicht weiter schlimm ist. Aber das Team in der Boxengasse von Le Mans ist genauso gut vorbereitet, wie ein Formel-1-Team, um sicher zu gehen, dass der Fahrer schnell rein und wieder raus fährt.

© Martin Straka

Aussteigen

Der Tscheche Jan Charouz macht einen Pit-Stop für sein Nissan Team beim Le Mans 24 Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sarthe

Der Tscheche Jan Charouz macht einen Pit-Stop für sein Nissan Team beim Le Mans 24 Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sarthe

Aussteigen

Der tschechische Fahrer Jan Charouz steigt aus Nummer 24 Sébastien Loeb Racing Oreca 03R Nissan, in der LMP2 Kategorie. Das Auto 24 wurde achter in der Gesamtwertung und vierter in seiner Klasse.

© Martin Straka

Eine interessante Linie durch die Ford Schikane

Eine Auto kommt beim Le Mans 24 Stunden-Rennen 2014 bei der Ford Schikane von der Fahrbahn ab

Eine Auto kommt beim Le Mans 24 Stunden-Rennen 2014 bei der Ford Schikane von der Fahrbahn ab

Eine interessante Linie durch die Ford Schikane

Die Nummer 27 SMP Oreca Nissan fährt durch den Kies auf dem Weg zur Ford Schikane.

© Martin Straka

Auf dem Bordstein fahren

Ein Audi fährt beim 24-Stunden-Rennen 2014 in Le Mans auf dem Bordstein von dem the Circuit de la Sarthe

Ein Audi fährt beim 24-Stunden-Rennen 2014 in Le Mans auf dem Bordstein von dem the Circuit de la Sarthe

Auf dem Bordstein fahren

Der Porsche von Mark Webber mit der Nummer 20, Brendon Hartley und Timo Bernhard rasseln über den Bordstein. Das Auto lief anfangs sehr gut, wurde dann aber gezwungen aufzugeben.

© Martin Straka

Der Kampf der Klassen

Eine Ferrari und Audi Battle beim 24-Stunden-Rennen 2014 in Le Mans auf dem Circuit de la Sarthe

Eine Ferrari und Audi Battle beim 24-Stunden-Rennen 2014 in Le Mans auf dem Circuit de la Sarthe

Der Kampf der Klassen

Eine Schwierigkeit in Le Mans ist es, die Autos der langsameren Klasse zu überholen. Hier muss sich der Porsche mit der Nummer 20, hinter den Ferrari 458 Italia in der GTE Am Klasse anstellen.

© Martin Straka

Und noch eine Runde

Ein Aston Le Mans bei dem Le Mans 24-Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sarthe

Ein Aston Le Mans bei dem Le Mans 24-Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sarthe

Und noch eine Runde

Ferrari führt vor Ferrari durchs Ziel, um direkt eine neue Runde zu fahren. Der diesjährige Gewinner fuhr 379 Runden auf der Rennstrecke, 40 Runden mehr, als das schnellste GTE Auto.

© Martin Straka

Ein emotionales Rennen für Aston Martin

Ein Aston Le Mans bei dem Le Mans 24-Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sarthe

Ein Aston Le Mans bei dem Le Mans 24-Stunden-Rennen 2014 auf dem Circuit de la Sarthe

Ein emotionales Rennen für Aston Martin

Nach Dane Allan Simonsens tödlichen Unfall in einem Aston Martin beim 24 Heures du Mans, errang das dänische Aston Martin Racing Team mit David Heinemeier Hansson, Kristian Poulsen und Nicki Thiim in der GTE Am Klasse einen emotionalen Sieg.

© Martin Straka

Bernd Mayländer: Anekdoten aus dem Fürstentum Monaco

Bernd Mayländer: Anekdoten aus dem Fürstentum Monaco

Hallo, liebe Leser,

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in meiner letzten Kolumne habe ich euch von meinen Begegnungen mit Stirling Moss, Hans Herrmann und der Steilkurve von Monza berichtet. Jetzt, nach dem Grand Prix von Spanien in Barcelona, haben wir auch an der „echten“ Mille Miglia teilgenommen. Ich mit einem Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer und Beifahrer Bruce McCoy. 1.600 Kilometer durch eine phänomenale Landschaft, dann auch noch eine Zeitprüfung auf dem alten Grand-Prix-Kurs in Monza mit der Steilkurve – es war ein wirklich tolles Erlebnis!

Mille Miglia: Zwischen Rallye und Parmaschinken

Bei einer Classic-Rallye wie der Mille Miglia geht es nicht darum, das Ziel in möglichst kurzer Zeit zu erreichen, sondern darum, eine vorgegebene Strecke möglichst genau in einer vorgegebenen Zeit zu absolvieren. Man fährt über einen Schlauch und muss dann pünktlich über den nächsten Schlauch fahren – aber man darf kurz vor dem Ziel nicht mehr anhalten, sondern das Fahrzeug muss sich bewegen. Das erfordert ein gutes Gespür. Die Profis beherrschen das so gut, dass sie auf der Mille Miglia nur eine Abweichung von ein paar Zehntelsekunden erreichen. Sehr beeindruckend.

So sollte es eigentlich keine Raserei geben. Gibt es manchmal trotzdem, wenn die Herrschaften nicht widerstehen können, mit ihren tollen Autos mal ein bisschen Gas zu geben und dafür zwischendurch einen Kaffee zu trinken. Raserei ist vielleicht das falsche Wort – nennen wir es zügig fahren… 😉 Und man plaudert natürlich viel mit dem Beifahrer. Wobei man mit Roadbook lesen und gleichmäßig fahren schon auch gut beschäftigt ist und sich konzentrieren muss.

Mein Beifahrer Bruce McCoy ist ein wohlhabender Mann, ein Racer aus Leidenschaft, im Motorsport unglaublich gut vernetzt. Er kennt Gott und die Welt. Früher hatte er ein eigenes IndyCar-Team, heute steht zum Beispiel ein 300 SLR in seiner Garage. Abends haben wir dann ein gemütliches Glas Wein getrunken, dazu Parmaschinken und Parmesan. Nur war ich nach dem Wochenende wirklich geschlaucht, weil ich bei der Heimfahrt stundenlang im Stau gestanden bin. Aber das kann meine Vorfreude auf Monaco nicht trüben.

1993: Als Gaststarter erstmals in Monaco

Meine erste Begegnung mit Monaco hatte ich 1993, als Gaststarter im Porsche-Supercup. Davor kannte ich die Strecke nur aus dem Fernsehen. Wenn ich mich recht erinnere, hat Mika Häkkinen das Rennen damals gewonnen, noch bevor er in die Formel 1 aufgestiegen ist. 1994 wurde ich Zweiter und bin danach direkt in die Leitplanke gefahren. Seither weiß ich: Monaco verzeiht dir nicht einmal die kleinste Unachtsamkeit.

Beim allerersten Mal stand ich mit offenem Mund in Monaco. Ich hatte keine Ahnung, wie steil es wirklich zum Casino rauf geht, ich wusste nicht, dass der Knick im Tunnel eine echte Kurve ist, in der man die Arschbacken zusammenkneifen muss, und ich hätte nie gedacht, wie spektakulär sich die Passage bei Tabak und Schwimmbad anfühlt. Man kann nie durchatmen, denn eine Kurve folgt auf die nächste. Monaco ist die speziellste Rennstrecke, die ich kenne – eigentlich völlig verrückt.

Mut ist in Monaco wichtiger als auf anderen Rennstrecken. Der Fahrer kann dort mehr bewegen als woanders, wenn er ein bisschen mehr Risikobereitschaft hat als die anderen. Ich glaube nicht, dass man in Monaco wirklich 100 Prozent aus dem Auto herausholen kann. Deswegen gibt es dort immer wieder Überraschungen, wenn einer mehr riskiert – und das auch gut geht. Denn nirgendwo sonst klebst du schon nach dem kleinsten Fehler so schnell in der Leitplanke.

Monaco selbst im Safety-Car eine Herausforderung

Nico Rosberg, Safety-Car© xpbimages.com
Das Safety-Car kommt auf der schwierigen Strecke häufig zum Einsatz
Am verrücktesten finde ich die Passage Tabak bis Schwimmbad. Unglaublich schnell um die Ecken. Wenn es da kracht, fährst du mit Untersteuern geradeaus in die Mauer. Selbst für mich im Safety-Car ist der Abschnitt eine Herausforderung. Man könnte eigentlich schneller, aber man traut sich nicht, weil man genau weiß: Wenn man nur einen Meter zu spät bremst, kannst du dort nichts mehr retten. Dann kannst du nur noch den Winkel entsprechend anstellen, weil du weißt: Jetzt gibt es gleich einen heftigen Schlag. Und beim Safety-Car brauchst du dann keinen Karosseriespengler mehr.

Eine echte Monaco-Anekdote habe ich übrigens im Jahr 2002 erlebt. Ich habe es wirklich hinbekommen, morgens meinen Track-Test zu verschlafen! Klar, ist der Mayländer um die Häuser gezogen, werdet ihr euch jetzt denken! 🙂 Aber nein, so war es nicht. Ich hatte einfach meinen Wecker falsch gestellt, bin durch Zufall aufgewacht, habe sofort den Rennoverall angezogen und bin vom Hotel runtergelaufen. Aber als ich dort (übrigens trotzdem gerade noch rechtzeitig) ankam, saß schon jemand im Auto.

Nämlich mein damaliger Chef, FIA-Präsident Max Mosley. Er wollte sowieso schon immer mal mit dem Safety-Car in Monaco fahren – er fährt ja auch viele Wettbewerbe mit historischen Fahrzeugen und ist ein hervorragender Autofahrer. Max war mir gar nicht böse, sondern eher dankbar, dass er diese Gelegenheit unverhofft einmal hatte. Seither kontrolliere ich jedes Mal, ob ich den Wecker richtig gestellt habe, und so etwas ist mir nie wieder passiert. Einmal in 16 Jahren ist ja wohl auch kein Weltuntergang.

Mit einer Gräfin im Auto

Michael Douglas, Bernie Ecclestone© xpbimages.com
Immer ein Ereignis: Zum Rennen kommen gerne Promis wie Michael Douglas…
Ich muss aber zugeben, dass ich in Monaco auch mal ein bisschen versackt bin. Das war noch in meiner Porsche-Zeit, als ich Supercup gefahren bin. Freitag war trainingsfrei, also bin ich am Donnerstagabend mit dem Motorroller zu einem Freund gefahren, der ein kleines Schiff außerhalb von Monaco ankern hatte. Es ist dann doch später geworden als zunächst geplant, also habe ich den Roller lieber stehen lassen und auf dem Schiff übernachtet.

Heute ist der Freitag für mich nicht mehr frei, denn da fahren GP2, Supercup und Formel Renault 3.5. Also ist inzwischen eher Sonntagabend die Nacht der Nächte, wenn alles vorbei ist und keiner mehr arbeiten muss. Und da viele ohnehin in Monaco wohnen oder zumindest ein Appartement haben, erlebt man da dann schon mal den einen oder anderen Sonnenaufgang unter Rennfahrern.

Video: Lewis Hamilton: Vorschau auf den Monaco-Grand-Prix

Im Jahr 2000 war ich bei einer solchen Partie mit ein paar Formel-1-Fahrern dabei, als wir am Montagmorgen auf der Terrasse saßen und ich dann feststellte, dass ich ja noch ins Hotel und Koffer packen muss, um den Flieger um 13:30 Uhr zu erwischen. Schaffte ich natürlich nicht mehr. Also habe ich dann im Hotel jemanden angesprochen, von dem ich wusste, dass er Mercedes-Limousinen, die für den Event angeliefert wurden, nach Stuttgart zurück fährt. Das war dann die Mitfahrgelegenheit für mich und eine recht hübsche Gräfin, die damals ebenfalls dabei war.

Von den Reichen und denen, die es gerne wären…

Cameron Diaz© xpbimages.com
…oder Kollegin Cameron Diaz, die 2013 mit von der Partie war
Wenn man so am Hafen entlangschlendert, sieht man manchmal schon verrückte Geschichten. Jeder kennt ja das Video, wo Kimi (nicht mehr ganz nüchtern) auf einer Jacht stürzt. Oder die Anekdote, über die ich schon vor einem Jahr geschrieben habe, als ein wirklich prominentes Supermodel in leicht derangiertem Zustand kurzzeitig die Fähigkeit verloren hat, ihre Stöckelschuhe zu koordinieren – dummerweise genau neben dem Hafenbecken…

Ich finde immer besonders spannend, mir anzuschauen, welche und wie viele Jachten so vor Anker liegen. Der Grand Prix von Monaco ist da ein Spiegel der wirtschaftlichen Lage in Europa. Seit ein paar Jahren kommt mir vor, dass die großen Schiffe immer größer werden und die kleinen nach und nach verschwinden. Eigentlich ist es nicht nachvollziehbar, so viel Geld für ein Autorennen auszugeben, aber es gibt offenbar immer noch genug reiche Menschen, die sich das leisten können.

Video: So feiern die Stars in Monaco

Und dann gibt es neben den wirklich Reichen und Schönen natürlich auch noch die, die nur vorgeben, reich zu sein. Die kratzen dann ihre Reserven zusammen, um sich eine Jacht oder ein teures Auto mieten zu können, mit dem sie dann ein Wochenende lang auf dicke Hose machen. Auch das ist Monaco. Kann man mögen oder nicht.

Es muss nicht immer teuer sein

Valentino Rossi© xpbimages.com
Auch MotoGP-Rekordchampion Valentino Rossi ließ sich im gleichen Jahr blicken
Übrigens muss Monaco nicht immer sündteuer sein – auch am Rennwochenende nicht. Klar wird rund um die Rennstrecke der Cappuccino von Mittwoch an jeden Tag teurer, aber oben am Hügel, in der Altstadt von Monte Carlo, gibt es ein paar wirklich schöne Lokale, in denen man zu vernünftigen Preisen bei einheimischem Flair gut essen kann. Dort ist es dann auch relativ ruhig und man kann dem Trubel unten in der Stadt ein wenig entgehen. Wir machen das jedes Jahr mindestens einmal.

Rein sportlich ist die Formel 1 nach Barcelona wieder ein bisschen spannender geworden. Nico hat 20 Punkte Rückstand auf Lewis, und jetzt kommt Monaco, eine seiner Lieblingsstrecken. Er hat Barcelona (in überzeugender Manier) gewonnen, er hat Monaco die vergangenen beiden Jahre gewonnen – die Chancen stehen also gut. Und wenn er Monaco ein drittes Mal gewinnt, dann sieht es auch in der Weltmeisterschaft wieder ganz anders aus.

Ich selbst war heute noch bei einer Veranstaltung für die Allgäu-Classics in Obersdorf, und am Abend geht’s dann mit meiner Freundin zu einer Filmpremiere in einem Kino in Fellbach. Ich habe ja kürzlich mit dem SWR einen Film über meine Heimatregion gedreht, der am Freitagabend im Dritten ausgestrahlt wird. Heute um 18:30 Uhr findet eine Premiere mit 200 geladenen Gästen statt. Mal sehen, ob ich auf der Leinwand mit der High Society von Monaco mithalten kann! 😉

Euer

PS: Schaut doch mal auf meiner offiziellen Website vorbei oder klickt euch auf meine Facebook-Page!

Ecclestones nächste Hybridschelte: „Niemals in Serienautos“

Ecclestones nächste Hybridschelte: „Niemals in Serienautos“

Sebastian Vettels Kritik an den V6-Turbo-Hybridmotoren der neuen Formel-1-Generation ist leiser geworden, aber Bernie Ecclestone schimpft unverändert auf die vermeintlich „grünen“ Triebwerke. Neuestes Argument des Zampanos ist, dass der viel beschworene zukunftsweisende Charakter des Reglements ein großer Marketing-Gag sei und nichts von dem, woran aktuell in der Königsklasse unter großem finanziellen Aufwand getüftelt wird, jemals den Otto Normalverbraucher erreichen würde.

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Im Gespräch mit ‚Autosprint‘ wird Ecclestone deutlich: „Ein Freund von mir, dessen Namen ich nicht nennen will, der aber für einen großen Hersteller arbeitet, hat mir gesagt, dass die aktuellen Formel-1-Hybride nie in Serienwagen zum Einsatz kämen.“ Dass in der Beletage des Motorsport für das Endkundensegment geforscht wird, ist in Insiderkreisen seit geraumer Zeit umstritten und gilt als beliebtes Argument der Werksteams, um ihr teures Engagement bei knauserigen Vorständen zu rechtfertigen.

Dabei glaubt Ecclestone nicht, dass sich mit der Technik Geld verdienen lässt: „Sie helfen der Formel 1 in keiner Hinsicht“, hadert der 84-Jährige. „Sie helfen nicht der Show und nicht bei der Suche nach Sponsoren oder Investoren.“ Er glaubt, dass Mercedes, Renault, Ferrari und Honda diejenigen sind, die einem heilsamen Rückschritt einen Riegel vorschieben: „Es ist natürlich möglich, andere Motoren zu nutzen, die günstiger sind und die gleiche Leistung bieten – aber das wollen die Hersteller nicht“, so Ecclestone.